EU-Projekt RTPC stellt „Luft nach oben“ bei der Qualität der Pflege von Menschen mit Demenz fest

EU-Projekt RTPC stellt „Luft nach oben“ bei der Qualität der Pflege von Menschen mit Demenz fest

Jan Vestweber Pressestelle
Universität Witten/Herdecke

Ein Viertel der Menschen mit Demenz in Pflegeheimen könnte mit besserer Unterstützung noch zu Hause wohnen

EU-weit könnte mindestens ein Viertel der Menschen, die derzeit aufgrund einer Demenz ins Pflegeheim ziehen, mit der entsprechenden Unterstützung durch ambulante Dienste adäquat zu Hause versorgt werden. Das ist ein zentrales Ergebnis einer Studie, die die Universität Witten/Herdecke (UW/H) zusammen mit den Universitäten in Lund (Schweden), Maastricht (Niederlande), Manchester (England), Tartu (Estland), Toulouse (Frankreich), Turku (Finnland) und dem Hospital Clinic of Barcelona (Spanien) durchgeführt hat.

Fast vier Jahre lang haben sich die Projektpartner im Rahmen des von der UW/H koordinierten EU-Projekts „RightTimePlaceCare“ mit den Fragen beschäftigt, wie die Pflege- und Versorgungssituation von Menschen mit Demenz und ihrer pflegenden Angehörigen in Europa aussieht, wie diese verbessert werden kann und welche Faktoren einen Umzug in ein Pflegeheim beeinflussen. Das Hauptaugenmerk des von der Pflegewissenschaftlerin Prof. Dr. Gabriele Meyer wissenschaftlich koordinierten Projekts lag dabei auf der Übergangsphase von der häuslichen in die stationäre Betreuung. Unter anderem wurden dafür mehr als 2000 Menschen mit Demenz, die kürzlich in ein Pflegeheim gezogen waren oder für die ein Umzug als wahrscheinlich eingeschätzt wurde, sowie ihre pflegenden Angehörigen befragt.

In der Qualität der Pflege stellte die Projektgruppe EU-weit erhebliche Unterschiede fest. Sehr stark schwankte beispielsweise die Anzahl der angewandten freiheitsentziehenden Maßnahmen bei den Menschen mit Demenz, die im Pflegeheim leben (Bettgitter, Bauchgurte etc.). Spitzenreiter in der Anwendung waren hier Spanien (83 Prozent), Estland (48 Prozent) und Finnland (40 Prozent), während im EU-Schnitt in 32 Prozent der Fälle derartige Maßnahmen bei den untersuchten Menschen mit Demenz angewandt wurden. Die meisten Druckgeschwüre im Pflegeheim kamen in Estland vor (mit 14 Prozent doppelt so viele wie im EU-Schnitt), Psychopharmaka wurden am häufigsten in Frankreich (90 Prozent) und Spanien (81 Prozent) verabreicht. Hier liegt der EU-Schnitt ohnehin mit 70 Prozent sehr hoch. Auch bei Menschen mit Demenz, die zu Hause gepflegt werden, fallen die Ergebnisse ähnlich heterogen aus. Zentrale Erkenntnis ist jedoch, dass es kein teilnehmendes EU-Land gibt, das einem anderen in allen Aspekten der Pflegequalität überlegen ist.

Große Variation gibt es auch bei der Lebensqualität der Betroffenen. Diese wurde in Schweden und England am höchsten eingeschätzt und in Estland und Spanien am niedrigsten. Doch zwischen den Wohnorten zu Hause und Pflegeheim gibt es keinen Unterschied im Ausmaß der Lebensqualität.

Die Belastung der pflegenden Angehörigen hingegen war in allen Ländern in der häuslichen Pflege erheblich höher als in einer stationären Einrichtung. Aber auch hier gab es im Ausmaß der empfundenen Belastung erhebliche Unterschiede zwischen den Ländern.

Als häufigste Faktoren, die EU-weit mit einem Umzug von Menschen mit Demenz in stationäre Einrichtungen assoziiert waren, identifizierten die Forscher die Abhängigkeit bei der Bewältigung alltäglicher Aktivitäten, Demenz-bedingte Verhaltensauffälligkeiten sowie die hohe Belastung der pflegenden Angehörigen. Doch gab es große Unterschiede in den Gründen für einen Heimeinzug zwischen den Ländern. „Bei der Entscheidungsfindung über den Umzug in ein Pflegeheim besteht in allen teilnehmenden Ländern Optimierungsbedarf“, so Prof. Meyer. Viele Betroffene hätten durchaus in ihrer gewohnten Umgebung verbleiben können, lautet das Ergebnis aus Expertenpanels, in denen abschließend alle Daten kritisch beurteilt wurden.

Wenn Menschen mit Demenz bei verbesserter ambulanter Unterstützung länger in den eigenen vier Wänden leben, kann dies zudem Geld sparen. Dies zeigte die ökonomische Begleitevaluation (siehe auch www.uni-wh.de/universitaet/presse/presse-details/artikel/pflege-von-menschen-mit-demenz-ist-in-heimen-doppelt-so-teuer-wie-zu-hause), die durch Prof. Dr. Dirk Sauerland von der UW/H geleitet wurde. „Dieses Geld müsste wiederum in die ambulante Versorgung reinvestiert werden“, fordert Prof. Meyer.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Gabriele Meyer, Frau Astrid Stephan und Frau Anna Renom Guiteras (wiss. Mitarbeiterinnen im RightTimePlaceCare Projekt): Tel.: 02302 / 926-749, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein., Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein., Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Über uns:
Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) nimmt seit ihrer Gründung 1983 eine Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als Modelluniversität mit rund 1.825 Studierenden in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit Werteorientierung und Persönlichkeitsentwicklung.

Witten wirkt. In Forschung, Lehre und Gesellschaft.

 

KatHO NRW: Erste Absolventen des Dualen Modellstudiengangs Pflege

Julia Uehren Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen

Die Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen (KatHO NRW) hat am Donnerstag, 21. August 2014, den ersten 54 Studierenden des Dualen Modellstudiengans Pflege ihre Abschlussurkunden überreicht. Die Absolventinnen und Absolventen gehören damit zu den Pflege-Pionieren in Deutschland: Sie sind die ersten Pflegefachkräfte, die parallel zu ihrer Pflegeausbildung auch einen akademischen Abschluss in ihrem Fach erworben haben. „Ich freue mich, dass wir zu den ersten Hochschulen gehören, die daran beteiligt sind, eine grundständige Ausbildung in ein Studienprogramm zu überführen“, sagt Prorektor Prof. Dr. Wolfgang M. Heffels, der den Studiengang leitet und maßgeblich an der Konzeption beteiligt war.

Das Studium soll ein differenziertes Wissen in der Pflege vermitteln, das auf aktuellen Forschungserkenntnissen basiert. Es soll zum eigenverantwortlichen Handeln befähigen und den Pflegenden ermöglichen, organisationale Zusammenhänge zu erkennen und therapeutisch-pflegerische Leistungen besser zu koordinieren. Absolventin Sandra Münzberg erzählt, dass sie vorher schon als Pflegehelferin gearbeitet hat: „Ich muss zugeben, dass ich da eher so leise vor mich hin gearbeitet und mein Handeln wenig reflektiert habe“, sagt die 35-Jährige. „Das Studium hat mich wachgerüttelt. Jedes Modul, das im Studium angeboten wird, macht Sinn und ich greife ständig auf die Inhalte zurück, setze sie neu zusammen oder erweitere sie. Besonders gegen Ende des Studiums ist der Wissenszuwachs enorm.“

Das erste Jahr verbringen die Schülerinnen und Schüler zur Ausbildung an einer der 20 kooperierenden Pflegebildungseinrichtung, daran schließen sich dann drei Jahre Studium an, wobei die ersten beiden Jahre als duale Ausbildung erfolgen und das letzte Jahr ausschließlich an der Hochschule.
Im pflegewissenschaftliche Teil ihres Studiums, das am Fachbereich Gesundheitswesen in Köln erfolgt, lernen die Studierenden zum Beispiel, sich mit theoretischen Grundlagen der Pflege auseinandersetzen oder ihr berufliches Handeln kritisch zu reflektieren. Die bezugswissenschaftlichen Inhalte, beispielsweise Kenntnisse in Recht, Sozialpolitik oder Psychologie, werden wohnortsnah im jeweiligen Fachbereich Sozialwesen gelehrt, das heißt in Aachen, Köln, Münster und Paderborn.

„Mit der Akademisierung der Pflege haben wir Neuland betreten“, sagt Prorektor Professor Dr. Wolfang M. Heffels. „Den Pflegenden eröffnen sich durch das Studium ganz andere Karrieremöglichkeiten und sie haben im Studium die Chance, sich persönlich weiterentwickeln. Die Pflegeeinrichtungen gewinnen kompetente Mitarbeiter, die dafür sorgen, dass in ihren Häusern evidenzbasierte Pflege stattfindet“, beschreibt der Studiengangsleiter die Vorteile des Studiums. „Die Studierenden lernen nicht nur Theorien kennen, die gerade populär sind, sondern sie lernen, sich Inhalte selbst zu erschließen. Sie lernen, als gleichberechtigte Partner in einem therapeutischen Team zu handeln und Verantwortung zu tragen. Sie sind nicht nur Ausführende, sondern können begründete Entscheidungen treffen.“

Weitere Informationen: Prof. Dr. Wolfgang M. Heffels, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
Redaktion: Julia Uehren, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

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Interview: Erste Absolventen des Dualen Studiengangs Pflege

Sandra Münzberg (35) und Maik Walther (22) sind zwei von 54 Studierenden, die gerade als erste Studierende den Dualen Studiengang Pflege an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen (KatHO NRW) abgeschlossen haben. Im Interview erzählen sie, was sie im Studium gelernt haben, wie sie das Gelernte in der Praxis umsetzen und warum Akademisierung in der Pflege sinnvoll ist:

„Was lernt man in dem Studiengang, was man nicht auch in der Pflege-Ausbildung lernt?“

„Auf berufsbezogener Ebene würde ich sagen, dass wir gelernt haben, Patienten ganzheitlich und weniger krankheitsbezogen zu sehen. Die Hochschule legt zum Beispiel einen größeren Schwerpunkt auf ethische Fragestellungen als das in der Ausbildung möglich ist“, sagt Maik Walther. Das Studium habe ihm ein sehr umfangreiches Wissen zu den sozial- und gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen seiner Tätigkeit vermittelt. „Außerdem habe ich gelernt, Prozesse im Stationsalltag kritisch zu hinterfragen und konstruktive Verbesserungsvorschläge zu machen.“
Sandra Münzberg erzählt, dass sie vorher schon als Pflegehelferin gearbeitet hat: „Ich muss zugeben, dass ich da eher so leise vor mich hin gearbeitet und mein Handeln wenig reflektiert habe“, sagt die Absolventin. „Das Studium hat mich wachgerüttelt: Jedes Modul, das im Studium angeboten wird, macht Sinn und ich greife ständig auf die Inhalte zurück, setze sie neu zusammen oder erweitere sie. Besonders gegen Ende des Studiums ist der Wissenszuwachs enorm, man kann das in den Vorlesungen Gelernte direkt in die Praxis transportieren und auch sofort wieder zur Kontrolle in der Theorie bearbeiten.“

„Wie studiert es sich an der KatHO?“

„Das Konzept der KatHO hat mir sehr gut gefallen“, sagt Sandra Münzberg. „Vor allem, dass Praxis und Theorie so eng miteinander verknüpft sind. Wir Studierenden lernen die Praxis ganz anders kennen, da wir von Anfang an auch eine wissenschaftliche Ausbildung erfahren.“ Das steigere auch die Bereitschaft, Neuerungen umzusetzen.
Beide Absolventen betonen nicht nur die Kompetenzen und das Engagement der Lehrenden, sondern auch die gelungene Koordination des Studiengangs. „An der KatHO wird man individuell und gezielt gefördert. Man wird als Person wahrgenommen, das gefällt mir“, sagt Sandra Münzberg. Das bestätigt auch ihr Kommilitone Maik Walther: „Das Arbeitsklima an der KatHO habe ich als sehr angenehm empfunden“, sagt der frisch gebackene Absolvent.

„Wie haben Sie den Spagat zwischen Ausbildung und Studium gemeistert?“

„Es war eine anstrengende Zeit mit vielen Anforderungen“, gibt Maik Walther zu. „Am Anfang des Studiums habe ich es unterschätzt, als wir vor der Dreifachbelastung von Pflegeschule, Ausbildungsort und Hochschule „gewarnt“ wurden.“ Wichtig sei eine ausgeglichene Work-Life-Balance. „Man muss sich neben dem ganzen Stress zwischendurch einfach auch mal etwas gönnen und sich bewusst machen, dass Freizeit wirklich Freizeit ist.“
Sandra Münzberg hat eine ganz persönliche Empfehlung: „Ich habe mir in der Zeit die Neugier bewahrt, um das Ziel „Minipionier der Pflege“ zu erreichen“, sagt sie. Für Entlastung habe vor allem auch das Hochschulangebot der Supervision und die Studienberatung gesorgt.

„Mit welchen Argumenten würden Sie zukünftigen Pflegekräften das Studium empfehlen?“

„Ich denke, dass es wichtig ist, die Pflege weiter zu professionalisieren. Dabei ist die Akademisierung meiner Meinung nach ein wichtiger Prozess“, meint Maik Walther. „Studierte Pflegekräfte verändern im Pflegealltag langfristig einerseits die Sicht der Patienten auf uns, andererseits können wir den immer weiter steigenden Anforderungen besser gerecht werden.“
Für Sandra Münzberg war das Studium eine persönliche wie berufliche Bereicherung: „Ich merke, dass ich mich während des Lernprozesses positiv verändert habe: Ich bin in meinem Pflegehandeln selbstbewusster und reflektierter geworden.“

„Wie sieht Ihre berufliche Zukunft aus?“

Beide Absolventen planen, sich weiter zu qualifizieren: „Besonders durch das letzte Semester und durch das Schreiben der Abschlussarbeit wurde mir klar, wie spannend ich den pflegewissenschaftlichen Teil finde und dass mir empirisches Arbeiten und Forschung ziemlich viel Spaß machen“, sagt Maik Walther. Er hat sich bereits entschieden, an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar den Masterstudiengang Pflegewissenschaft zu studieren.
Der kommt auch für Sandra Münzberg in Frage, allerdings plant sie vorher noch, sich in der Praxis weiterzubilden, „um dort auch mit dem theoretischen Vorsprung in Waage zu gelangen“, wie sie sagt. „Vor allem die freien Unternehmen sind interessiert an wirtschaftlichen Vorteilen und natürlich an der hohen und innovativen Pflege- und Versorgungsqualität, die man mit uns erreichen kann.“

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Arzneimitteltherapie in Alten- und Pflegeheimen optimieren

Nicola Veith Pressestelle
Frankfurt University of Applied Sciences

Symposium thematisiert aktuelle Lösungsansätze für ein verbessertes Medikationsmanagement

Das wissenschaftliche Symposium „Patientenzentrierte Prozessoptimierung in der Heimversorgung: Medikationsmanagement als interdisziplinäre Aufgabe“ findet am 23. September 2014 an der Frankfurt University of Applied Sciences statt. Expertinnen und Experten aus den verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesens geben eine Bestandsaufnahme zur Arzneimittelversorgung in Alten- und Pflegeeinrichtungen und diskutieren mit den Teilnehmenden aus Wissenschaft und Praxis neue Ansätze mit dem Ziel, die Erfolgschancen einer Arzneimitteltherapie zu verbessern. Wissenschaftler(innen) der Frankfurt University of Applied Sciences stellen das Forschungs- und Entwicklungsprojekt „Prozessoptimierung im Medikationsmanagement - ProMmt“ vor. Sie laden zu einer kritischen Diskussion über die Zwischenergebnisse aus den evaluierten Prozessen in Alten- und Pflegeeinrichtungen, Arztpraxen und Apotheken sowie die weiteren Schritte ein. Veranstalter sind das Zentrum für Gesundheitswirtschaft und -recht (ZGWR) der Frankfurt University of Applied Sciences und der Verein für Management und Vertragsgestaltung in der Gesundheitswirtschaft e.V. Die Teilnahme ist kostenfrei, um Anmeldung bis 18. September 2014 wird gebeten über Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein..

„Eine wachsende Zahl älterer Menschen bedarf der stationären Pflege. Am Beispiel der Arzneimitteltherapie zeigt sich, dass es dabei in besonderem Maße auf die Koordination zahlreicher Akteure aus den Bereichen Medizin, Pharmazie und Pflege ankommt. Die Medikation ist ein hochkomplexer Prozess, bei dem jeder einzelne Schritt zu Fehlern mit negativen Konsequenzen auf die Gesundheit der Heimbewohnerinnen und –bewohner führen kann“, umreißt Prof. Dr. Hilko J. Meyer, Direktor des ZGWR, die Hintergründe der Veranstaltung. „Wir haben uns die Frage gestellt, wie die Prozesse im Medikationsmanagement für Bewohner von Alten- und Pflegeheimen derzeit gestaltet sind und wie sie optimiert werden können. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Ärztinnen und Ärzten, Apothekerinnen und Apothekern sowie Pflegekräften im Heim bietet die besten Voraussetzungen dafür, einen Modellprozess für das Medikationsmanagement zu entwickeln“, erläutert Meyer, der sich von der Veranstaltung auch wertvolle Impulse für das von ihm angestoßene Forschungs- und Entwicklungsprojekt „ProMmt“ verspricht.

Das Symposium ist der dritte Teil einer Veranstaltungsreihe des ZGWR zu den Schnittstellenproblemen im Gesundheitswesen, die im Januar 2013 mit einem Symposium zur sektorenübergreifenden Versorgung eingeleitet wurde. Die Fragestellungen der Veranstaltungsreihe gehen maßgeblich auf die Vorarbeiten von Lehrenden und Studierenden des Masterstudiengangs „Management und Vertragsgestaltung in der Gesundheitswirtschaft" (Healthcare Administration and Contracting, MHAC) zurück, den die Frankfurt University of Applied Sciences seit September 2011 anbietet. Dieser interdisziplinäre Studiengang richtet sich an Berufstätige im Gesundheitswesen und rückt die sektoren- und professionsübergreifende Kooperation und Vernetzung als Zukunftsaufgabe der Gesundheitsversorgung in den Mittelpunkt. Die Bewerbungsfrist für Studienbeginn im Frühjahr 2015 endet am 15. April 2015. Näheres zum Master-Studiengang Healthcare Administration and Contracting (MHAC): http://www.frankfurt-university.de/mhac.

Termin Symposium: Dienstag, 23. September 2014, 9.30 bis 16.15 Uhr

Ort: Frankfurt University of Applied Sciences, Campus Nibelungenplatz/Kleiststr., Gebäude 4, 1. Stock, Raum 105

Anmeldung: Frankfurt University of Applied Sciences, Zentrum für Gesundheitswirtschaft und -recht, http://www.frankfurt-university.de/zgwr

Kontakt: Stefanie Kortekamp M.A., E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein., Tel. 069-1533-2721

Programm
Symposium „Patientenzentrierte Prozessoptimierung in der Heimversorgung: Medikationsmanagement als interdisziplinäre Aufgabe“

09.30 Uhr
Grußworte
Dr. Birgit Jung
Hessisches Ministerium für Soziales und Integration, Referat V 3A Arzneimittel- und Apothekenwesen

Prof. Dr. Ulrich Schrader
Vizepräsident für Wissenschaftliche Infrastruktur, Forschung und IT, Frankfurt University of Applied Sciences

Begrüßung
Prof. Dr. Hilko J. Meyer
Direktor des Zentrums für Gesundheitswirtschaft und -recht (ZGWR), Frankfurt University of Applied Sciences

09.45 Uhr
Strategien zur Verbesserung der Patientensicherheit bei medikamentöser Therapie
Prof. Dr. med. Daniel Grandt, Chefarzt Med. Klinik I am Klinikum Saarbrücken, Mitglied des Vorstands der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft

10.15 Uhr
Erfolgskomponenten integrierter Versorgung im Bereich Polymedikation durch Arztnetze – Vision oder Utopie?
Dipl.- Gesundheitswirtin Sonja Laag, Leiterin Versorgungsprogramme, BARMER GEK Wuppertal

11.15 Uhr
Medikationsanalyse, Medikationsplan, Betreuung durch ein multidisziplinäres Team: Elemente des Medikationsmanagements in Alten- und Pflegeheimen
Dr. Klaus Peterseim, 1. Vorsitzender des Bundesverbandes klinik- und heimversorgender Apotheker (BVKA), Fachapotheker für klinische Pharmazie

11.45 Uhr
Diskussionsrunde
Referent(inn)en des Vormittags; Moderation: Prof. Dr. Hilko J. Meyer, ZGWR, Frankfurt University of Applied Sciences

12.15 Uhr
Mittagspause

13.15 Uhr
Professionsübergreifende Kooperation im Medikationsmanagement (Arzt – Apotheker – Pflege)
Prof. Dr. Annegret Horbach, Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit, Frankfurt University of Applied Sciences

13.45 Uhr
Anforderungen an den Medikationsprozess aus Sicht einer Aufsichtsbehörde
Regine Krampen B.Sc.N., Betreuungs- und Pflegeaufsicht Hessen, Regierungspräsidium Gießen, Leitung Fachbereich Pflege

14.15 Uhr
Workshop: „ProMmt - Vorstellung, Erörterung und Diskussion der bisherigen Forschungsergebnisse“
Stefanie Kortekamp M.A., Prof. Dr. Hilko Meyer, ZGWR, Frankfurt University of Applied Sciences

15.45 Uhr
Ausblick auf das weitere Vorgehen
Stefanie Kortekamp M.A., wissenschaftliche Mitarbeiterin am ZGWR, Frankfurt University of Applied Sciences

16 – 16.15 Uhr
Schlussbemerkung
Prof. Dr. Hilko Meyer, ZGWR, Frankfurt University of Applied Sciences


Weitere Informationen:

http://www.frankfurt-university.de/zgwr