Im Albertus-Magnus-Saal des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder Trier präsentierten der Orden der Barmherzigen Brüder von Maria-Hilf und die BBT-Gruppe feierlich die wissenschaftliche Forschungsarbeit „Die Barmherzigen Brüder von Maria-Hilf und ihre Einrichtungen in Deutschland – Zur Geschichte des Ordens und karitativen Unternehmens im Historischen Wandel (1850–1985)“ erstmals der Öffentlichkeit.
Die Forschungsarbeit entstand im Rahmen eines Drittmittelprojekts an der Theologischen Fakultät Trier und wurde von den Barmherzigen Brüdern von Maria-Hilf sowie der BBT-Gruppe initiiert und gefördert. Ziel war eine unabhängige wissenschaftliche Darstellung, die sowohl Erfolge und Aufbrüche als auch Krisen, Spannungen und schwierige Phasen beleuchtet.
Zur Buchvorstellung waren zahlreiche Gäste erschienen, darunter Führungskräfte und Mitarbeitende der BBT-Gruppe, Vertreter der Ordensgemeinschaft, Mitglieder aus Wissenschaft und Kirche sowie die Familien der Autorinnen und Autoren. Die Veranstaltung wurde von Dr. Frank Zils, Sprecher der Geschäftsführung der BBT-Gruppe, eröffnet.
Erste umfassende Studie zur Geschichte der BBT-Gruppe
Mit dem Werk liegt erstmals eine umfassende wissenschaftliche Aufarbeitung der Geschichte der Barmherzigen Brüder von Maria-Hilf und zugleich der Wurzeln der heutigen BBT-Gruppe vor. „Es handelt sich nicht nur um die erste wissenschaftliche Arbeit über die Kongregation, ihr Wirken und der daraus entstandenen BBT-Gruppe, sondern auch um die umfangreichste Studie zu einer karitativen Ordensgemeinschaft des 19. Jahrhunderts“, betonte Dr. Frank Zils. Gerade mit Blick auf das Jubiläumsjahr 2025 sei es ein zentrales Anliegen gewesen, die eigene Geschichte fundiert und quellengestützt aufarbeiten zu lassen.
Die beiden Autoren, Prof. Dr. Bernhard Schneider von der Theologischen Fakultät Trier und sein damaliger wissenschaftlicher Mitarbeiter, heute Ordensarchivar der BBT-Gruppe Dr. Jens Fachbach, arbeiteten über vier Jahre an dem Projekt. Die Arbeit basiert auf umfangreichen Quellen aus dem Peter-Friedhofen-Archiv, dem Ordensarchiv und weiteren Beständen. Dazu zählen unter anderem Protokolle des Generalrats, Rundbriefe des Generaloberen, interne und externe Zeitschriften, Personalverzeichnisse, persönliche Aufzeichnungen der Brüder sowie Sachakten zu einzelnen Themen. „Die Forschung entstand unter völliger Unabhängigkeit und Freiheit“, unterstrich Professor Dr. Schneider bei der Vorstellung des Projekts. „Anfangs bestand die kleine Sorge, es würde nur ein dünnes Werk zu Stande kommen“, erinnerte er sich. Diese Sorge hat sich jedoch nicht bewahrheitet. Entstanden ist ein zweibändiges Werk mit eindrucksvollen 1197 Seiten, 78 Abbildungen, 74 Diagrammen und 11 Tabellen.
Aus einer kleinen Gemeinschaft zu einem großen christlichen Träger von Krankenhäusern und Sozialeinrichtungen in Deutschland
Der erste Band verfolgt die Entwicklung der Kongregation von der Gründung durch Peter Friedhofen 1850 bis zur Seligsprechung 1985. Dabei wird sowohl die Persönlichkeit des Gründers als auch die institutionelle Entwicklung der Gemeinschaft im caritativen, kirchlichen, sozialen und zeitgeschichtlichen Kontext dargestellt. Neben Wachstums- und Expansionsphasen werden auch Krisenzeiten, etwa während des Kulturkampfes, der Weltkriege und des Nationalsozialismus, ausführlich und differenziert behandelt.
Der zweite Band behandelt vertiefende Themen wie den Beitrag des Ordens zur Modernisierung des Gesundheitswesens, die Professionalisierung der Pflege, die Religiosität, die wirtschaftliche Entwicklung der Einrichtungen sowie die Binnen- und Außenkommunikation der Kongregation. Außerdem wird die Geschichte der Brüder während der NS-Zeit und des Zweiten Weltkriegs aufgearbeitet. Dabei zeigt sich, wie sich aus einer kleinen Gemeinschaft ein bedeutender Träger sozial-karitativer Einrichtungen entwickelte, der das Gesundheits- und Sozialwesen über Generationen hinweg mitgeprägt hat. Pflege wurde dabei stets über die fachliche Tätigkeit hinaus verstanden, als Ausdruck gelebter Spiritualität und praktizierter Nächstenliebe.
Film "Mein Werkchen" aus dem Jahr 1951 gibt eindrucksvolle Einblicke in die damalige Zeit
Ein besonderer Moment des Abends war die Präsentation historischer Filmszenen aus dem Jubiläumsfilm „Mein Werkchen“ aus dem Jahr 1951, die eindrucksvoll Einblicke in die damalige Zeit und das Selbstverständnis der Gemeinschaft gaben. Dieser Film wurde für das Jubiläum der 100-jährigen Ordensgemeinschaft angefertigt, galt lange als verloren und wurde bei den Recherchearbeiten wiederentdeckt, erklärte Dr. Fachbach.
Zum Abschluss der Präsentation luden der Orden und die BBT-Gruppe zu einem Umtrunk ein, bei dem die Gäste die Gelegenheit zum Austausch über die vielfältigen historischen Einblicke hatten. Mit der Buchveröffentlichung setzen die Herausgeber zum Ende des Jubiläumsjahres ein bewusstes Zeichen für Transparenz, historische Verantwortung und die reflektierte Weiterentwicklung des caritativen Auftrags für Gegenwart und Zukunft.
Die 1850 von Peter Friedhofen gegründete Gemeinschaft der Barmherzigen Brüder von Maria-Hilf stellt die Hilfe für kranke, alte und benachteiligte Menschen sowie für Menschen mit Behinderung in den Mittelpunkt. Heute zählt die Gemeinschaft 43 Mitglieder, die in Brasilien, Luxemburg, Frankreich, Deutschland, der Schweiz, Malaysia, Singapur und den USA leben und tätig sind.
Zur Pressemitteilung: https://www.bbtgruppe.de/zentrale/aktuelles/meldungen/2026/Buchvorstellung-Orden.php
Foto: (v.l.n.r.) Geschäftsführer der BBT-Gruppe Dr. Frank Zils, Autor Prof. Dr. Bernhard Schneider der Theologischen Fakultät Trier, Autor und Ordensarchivar der BBT-Gruppe Dr. Jens Fachbach, Vorsitzender des Aufsichtsrates Barmherzige Brüder Trier Bruder Alfons Maria Michels, Mitglied der Gesellschafterversammlung und des Aufsichtsrats der Barmherzigen Brüder Trier Bruder Peter Berg (c) BBT-Gruppe / Speicher

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