Was ist Gesundheit? Interdisziplinäre Perspektiven aus Medizin, Geschichte und Kultur

Was ist Gesundheit Interdisziplinäre Perspektiven aus Medizin Geschichte und Kulturvon Philip van der Eijk, Detlev Ganten, Roman Marek (Hrsg.)

Band 18 der Reihe Humanprojekt, doi: 10.1515/9783110713336, Open Access* veröffentlicht von De Gruyter, 2021

Das Themenfeld Gesundheit ist nur schwer eingrenzbar, denn es wird von widersprüchlichen Erwartungen und Traditionen verzerrt; im Wesentlichen sind es kulturelle Einflüsse. Gesundheit, so besagt die Definition der Weltgesundheitsorganisation von vor 73 Jahren – nach wie vor aktuell –, sei nicht nur die Abwesenheit von Krankheit, sondern ein Zustand vollkommenen physischen, psychischen und sozialen Wohlbefindens. Diese Definition ist bis heute höchst umstritten. Gesundheit beruht besonders auf:

  • dem Erfahrungsschatz der klinischen, naturwissenschaftlich fundierten modernen Medizin ebenso wie
  • der Hoffnung der Menschen auf ein gelingendes Leben und
  • dem zwischenmenschlichen Hilferuf, dem Wunsch nach Heil und Heilung.

Handbücher, Ratgeber und Nachschlagewerke zum Thema „Gesundheit“ existieren in großer Fülle. Die vorliegende Monografie ist unter Federführung von Philip van der Eijk, Humboldt-Universität zu Berlin, Detlev Ganten, World Health Summit & Charité, Berlin, und Roman Marek, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (Herausgeber), im Rahmen der Buchreihe Humanprojekt jüngst bei Walter de Gruyter erschienen. Die Schriftreihe schafft eine Plattform, um einen forschungsrelevanten, dabei aber auch öffentlich wirksamen, Dialog der Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften über die vielfältigen Dimensionen der Frage nach dem Menschen zu führen. Am 28. Januar 2020 veranstaltete die interdisziplinäre Arbeitsgruppe „Zukunft der Medizin: Gesundheit für alle“ der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften ein Symposium zum Thema „Verständnis(se) von Gesundheit“. Die Intension der Tagung soll die Aufmerksamkeit darauf lenken, dass Gesundheit höchst unterschiedlich interpretiert werden kann und dass es daher wichtig ist, hier Missverständnisse zu vermeiden. Der gedruckte Tagungsband vereint die meisten der an diesem Symposium gehaltenen Beiträge, sie wurden für die Publikation überarbeitet und aktualisiert. Zudem wurden noch weitere Beiträge einbezogen, um die Reflexion zu vertiefen und um Themenbereiche abzudecken, die im Symposium unterrepräsentiert waren. Auch die Probleme der durch COVID-19 bedingten Entwicklungen und ihre Konsequenzen für die Gesundheitsthematik wurden dabei berücksichtigt. In dem Werk wird unter anderem der Frage nachgegangen, wie die Medizin Krankheiten nicht nur immer optimaler therapieren kann, sondern wie sie außerdem besser imstande sein könnte, Gesundheit zu bewahren. Die Prävention – als Vorbeugung von Krankheiten – wurde schon seit der Antike betont und damit stellt sich die Frage, weshalb es so schwierig ist, sie in der medizinischen Versorgung und Praxis umzusetzen. Denn sowohl die heutige Hightechmedizin als auch die Ausbildung in den Gesundheitsberufen sind (leider) noch weitgehend auf die Diagnose und Behandlung von Krankheiten orientiert. Gesundheit ist dagegen vor allem dem Einzelnen überlassen. Zukünftige Gesundheitssysteme werden das ändern müssen. Die unterschiedlichen Buchbeiträge zeigen historische Kontinuitäten auf und verbinden diese mit kulturgeschichtlichen Besonderheiten aus allen Regionen der Welt: Europa, China, Indien, Afrika, Südamerika sowie mit philosophischen Aspekten, zum Beispiel der Frage der Verantwortung für die eigene Gesundheit. So ergibt sich ein holistischer Gesundheitsbegriff, aus dem neue Perspektiven für die evidenzbasierte Medizin erwachsen. Das Buch richtet sich daher ausdrücklich an ein breites Publikum. Es will nicht nur beschreiben und erklären, sondern auch zu einigen der Probleme Stellung nehmen, vor denen die Gesundheitsversorgung heutzutage steht und Empfehlungen aussprechen – an Mediziner, an Politiker, an Patienten und an andere Interessenvertreter im Bereich der Gesundheitsversorgung. Mehrere Beiträge weisen darauf hin, dass man aus der Vergangenheit, aus anderen Teilen der Welt oder aus anderen medizinischen Bereichen etwas mitnehmen kann und muss. Der leitende Gedanke ist hier die Überzeugung, dass man in der Medizin und in der Gesundheitspolitik gewisse Dinge berücksichtigen sollte, die notwendig sind, um zu einer (noch) erfolgreicheren und effektiveren Gesundheitsversorgung zu gelangen, so die Herausgeber. Zusammenfassend: ein wichtiges und gut lesbares Kompendium, das besonders allen Tätigen im Gesundheitssektor das gegenwärtige Verständnis von Gesundheit, Krankheit und Prävention erläutert.

Eine Rezension von Hardy-Thorsten Panknin, Berlin 


* Die digitale Version des Buchs ist als Open Access erschienen und steht damit kostenlos auf der Website des Verlags zum Download zur Verfügung: https://www.degruyter.com/document/doi/10.1515/9783110713336/html

Das Gute sehen! 1929 bis 2019 – Einblicke in 90 Jahre Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg

WOLTER Das Gute sehenStefan Stadtherr Wolter
Das Gute sehen! 1929 bis 2019
Einblicke in 90 Jahre Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg

Herausgegeben vom Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg, 
Johann von Gott Verlag, München 2019, Festeinband, 367 Seiten, 27,50 €, ISBN 978-3-929849-40-0

Das Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg, das von der Ordensgemeinschaft der Barmherzigen Brüder vom heiligen Johannes von Gott (1495 – 1550) geführt wird und in den Jahren 1927 bis 1929 durch den am 4. Oktober 2009 im Dom zu Regensburg seliggesprochen Frater Eustachius Kugler (1867 – 1946) erbaut wurde, konnte im Jahre 2019 auf seine 90-jährige Geschichte zurückblicken. Anlässlich des Jubiläums gab das Krankenhaus die vorliegende Festschrift „Das Gute sehen! 1929 bis 2019. Einblicke in 90 Jahre Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg“ heraus.

Verfasst wurde die umfangreiche Arbeit, die sich ihrer Leserschaft in solider Ausstattung mit Festeinband und Fadenheftung im DIN-A4-Format präsentiert, von dem aus Eisenach (Thüringen) stammenden Dr. Stefan Stadtherr Wolter (Jahrgang 1967). Der Autor, der nach dem Studium der evangelischen Theologie und Geschichte in Jena und Göttingen, wo er 1999 auch mit einer Arbeit über die Entwicklung der Armenfürsorge in Eisenach im ausgehenden 17. und 18. Jahrhundert promovierte, als Freiberufler mit dem Schwerpunkt auf der Geschichte der Medizin arbeitet, legte bereits eine Reihe einschlägiger Publikationen vor, so über die Kliniken von Eisennach (2006), Quedlinburg (2007), Merseburg (2009), Bernburg (2011), Sommerfeld bei Berlin (2013) und der Hansestadt Rostock (2015). Im Auftrag der Barmherzigen Brüder erforschte er bereits die Geschichte des Evangelischen Krankenhauses Regensburg mit einem Schwerpunkt auf der Pflegegeschichte der Diakonissen (2016).

Die chronologisch aufgebaute Darstellung, die durchgehend durch eine Vielzahl von Schwarzweiß- und Farbabbildungen sowie baulicher Graphiken illustriert wird, gliedert sich in die folgenden sieben große Kapitel, die ihrerseits zahlreiche Unterkapitel aufweisen: „Zeit für ein zeitgemäßes Krankenhaus“ (um 1929), „Zeit des Bangens und Hoffens“ (1929 – 1953), „Zeit der Konsolidierung“ (1954 – 1979), „Zeit der Umstrukturierung und Erweiterung“ (1980 – 2003), „Die Jahre 1990 – 1995“, „Die Jahre 1996 – 2003“ und „Das Gute sehen!“ (2004 – 2019). Nach einem Ausklang („Leiden lindern an Leib und Seele“) finden sich Hinweise auf Quellen und Literatur, ein Personenregister sowie ein dezidierter Überblick über die einzelnen Kliniken und Zentren mit Angaben zu deren jeweiligen Leitungen, ebenso wie über die bisherigen und jetzigen Gesamtleiter, Geschäftsführer und Prioren.

In seiner Einleitung schreibt Stefan Stadtherr Wolter, dass das Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg seit Anbeginn etwas Außergewöhnliches ist, doch habe – wie zu sehen sein werde – der gute Ruf des Hauses stets aufs Neue erkämpft und der Geist, auf dem es gründet, immer wieder neu verkündet werden müssen. Hierzu bedürfe es Menschen, die die Besonderheit der Barmherzigen Brüder erkennen und die sich zu deren Werten bekennen. In diesem Sinne wolle die vorliegende Chronik nicht nur die rasante medizinisch-technische Entwicklung vor Augen führen, sondern auch das stete Mühen um die Vermittlung der Basis, der sich die Barmherzigen Brüder verpflichtet wissen: „Es ist der Prozess des Guten, der sich auf den vielen Seiten dieses Buches sehen lassen kann. Es lädt ein zu einer Reise durch die Jahrhunderte.“ Deshalb würden hier auch „nicht nur dürre Daten und Fakten aufgeführt“; vielmehr lade das Buch dazu ein, „in die Fülle des Lebens der Einrichtung mitten hineinzuspazieren und gedanklich teilzunehmen, ob an den vielen guten Worten, die in den neunzig Jahren gesprochen wurden oder an dem Ohrenschmaus, der in so vielen Gottesdiensten und darüber hinaus im Haus ertönte, oder gar an den Gaumengenüssen, die manch Fest bereichert haben“ (S. 10).

Da das Jubiläum „90 Jahre Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg“ mit dem (zehnjährigen) Jubiläum der Seligsprechung des Erbauers des Krankenhauses zusammenfällt, war es nach Ansicht des Autors geradezu eine Aufforderung, in der atemberaubenden Entwicklung des Hauses einmal innezuhalten. Der Blick auf das erfolgreiche Mühen all seiner Förderer lasse dabei frischen Mut für das die 100 Jahre erfüllende Jahrzehnt schöpfen. Zur Bedeutung und Intention der Veröffentlichung hält er sodann wörtlich fest: „Mit der vorliegenden Schrift ging es dem Verfasser darum, die fast atemberaubende Entwicklung nachvollziehbar zu machen und somit einen Zugang zum Werden und Wesen des Mikrokosmos Krankenhaus und Kloster der Barmherzigen Brüder auch jenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu geben, die erst in jüngerer Zeit hinzugekommen sind“ (S. 12). Zudem möchte er, soweit dies Worte möglich machen, an der Atmosphäre des Hauses teilhabenlassen.

Nachdem die Gründungsgeschichte des Hauses durch den Regensburger Historiker Arthur Dirmeier (1995) bereits gut dokumentiert worden sei und die Chronik der Barmherzigen Brüder in Bayern aus der Hand von Marzell Oberneder (1970) ebenfalls bis in die Nachkriegszeit – ergänzt bis zum Jahr 1995 durch veröffentlichte Auszüge aus der Hauschronik der Prioren – reiche, erfolge hier – neben dem Rückgriff auf die entsprechenden Festschriften zum 50- (1979), 60- (1989) und 75-jährigen Jubiläum (2004) – erstmalig nun eine Zusammenschau und Reflexion des Inhaltes der seit 1990 erscheinenden „Hauszeitschrift“: Geschehnisse und Erfahrungen, die in einem Zeitraum von knapp 30 Jahren auf rund 3.000 Seiten ausgebreitet wurden.

Seinem selbst gesetzten Anspruch wird Stefan Stadtherr Wolter in jeder Beziehung bestens gerecht. Um die Bedeutung des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder voll zu begreifen, lenkt er den Blick zunächst auf die Ausgangssituation – auf die die fast verzweifelt anmutenden Bemühungen der Stadt Regensburg um eine zukunftsfähige Versorgung ihrer Kranken. Wenngleich es in Regensburg zwei nicht sonderlich große Krankenhäuser konfessioneller Stiftungen – einer evangelischen und einer katholischen – gegeben habe, sei die Krankenversorgung der Stadt zu Beginn des 20. Jahrhunderts an ihre Grenzen gestoßen. In dieser Situation sei, auf der Suche nach einem geeigneten Standort für ein neues Krankenhaus, der Orden der Barmherzigen Brüder in Bayern mit ihrem damaligen Provinzial (also dem Leiter der Bayerischen Ordensprovinz) Frater Eustachius Kugler auf den Plan getreten und habe ab 1927 ein Doppelkrankenhaus – einen Männer- und einen Frauenbau mit insgesamt 450 Betten – durch den Münchener Stararchitekten Prof. Albert Boßlet (1880 – 1957) im modernen Dessauer Bauhausstil errichten lassen. Etwa zum Zeitpunkt der baulichen Fertigstellung des Frauenkrankenhauses habe Kugler auch ein Gesuch an die Regierung gestellt, eine einjährige Krankenpflegeschule zur Ausbildung der jungen Ordensmitglieder im neuen Männerkrankenhaus einrichten zu dürfen. 40 Brüder, davon 35 bereits staatlich geprüft, seien zu dieser Zeit im Krankenhaus mit der Pflege befasst gewesen. Nachdem das Staatsministerium für Unterricht und Kultus mit Schreiben vom 14. März 1932 die Krankenpflegeschule anerkannte, habe am 1. Juni 1933 die Ausbildung von 26 Ordensmitgliedern beginnen können.

In seiner weiteren Darstellung, in der er die medizinische und pflegerische Entwicklung stets gleichermaßen berücksichtigt, zeigt der Autor anschaulich, wie sich der Krankenhauskomplex im Laufe der Jahrzehnte erheblich wandelte. Und zwar von zwei großen, einst nach Geschlechtern getrennten Krankenhausbauten hin zu einer kleinen Krankenhausstadt. Aus nur vier chefärztlich geführten Abteilungen noch in den 1970er Jahren hätten die Verantwortlichen bis heute ein Klinikum der faktischen Maximalversorgung entwickelt. Die Wandlung habe dabei zwar die äußere Gestalt und das funktionelle Innenleben berührt, nicht aber den Geist, den die Barmherzigen Brüder seit rund 450 Jahren verkörperten und den sie, wenn auch nur noch in kleiner Zahl, an die wachsende Schar der Dienstgemeinschaft weitergeben würden. Verlust und Gewinn seien wie so oft im Leben zwar manchmal Hand in Hand gegangen, aber selbst in ausweglos erscheinenden Situationen habe sich nicht nur gezeigt, wie sehr der Glaube an den Sieg des Guten trug, sondern auch wie das Gute die Oberhand gewann.

Gemeinhin bieten Jubiläen immer wieder Anlass, auf Vergangenes zurückzublicken und historische Ereignisse als Teil der eigenen Geschichte, der eigenen Identität zu begreifen und gegenwärtig zu machen sowie das Geschaffene für die Nachwelt zu dokumentieren. Viele Institutionen, Firmen oder Vereine verzichten jedoch, scheinbar aus fehlendem historischem Bewusstsein oder unter Verweis auf die dabei anfallenden Kosten, entweder gänzlich auf entsprechende Veröffentlichungen oder beschränken sich auf „große“ oder „runde“ Jubiläen. Nicht so die Verantwortlichen des Krankenhauses Barmherzige Brüder Regensburg, die – traditionsbewusst, wie schon beim 50-, 60- und 75-jährigen Jubiläum – auch den 90. Geburtstag nutzten, eine fundierte Publikation zur Geschichte ihrer Einrichtung herauszugeben. Bemerkenswert ist dabei auch, dass sie die betreffende Festschrift nicht in Eigenregie verfasst haben, sondern mit der dafür notwendigen Arbeit einen externen Fachmann beauftragt haben.

Unterdessen kann man dem Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg zu dem Buch „Das Gute sehen! 1929 bis 2019. Einblicke in 90 Jahre Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg“ nur herzlich gratulieren, ist Stefan Stadtherr Wolter doch eine außergewöhnlich ansprechende, umfangreiche und zugleich kurzweilig zu lesende Arbeit gelungen, die nicht nur nüchterne Zahlen, Daten und Fakten zur Entstehung und Entwicklung des Krankenhauses unter medizinischen und pflegerischen Gesichtspunkten präsentiert, sondern ebenso auch den in der Einrichtung wehenden Geist vermittelt. Im Unterschied zu vergleichbaren Publikationen, bei denen oftmals der medizinisch-technische Bereich stark dominiert, kommen hier auch die Pflege und die dort arbeitenden Menschen nicht zu kurz. Die Prämisse des Ordensvaters Johannes von Gott, „Das Gute tun und das gut tun“, haben die Verantwortlichen des Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg mit der vorliegenden Festschrift jedenfalls allerbestens umgesetzt.

Eine Rezension von Dr. Hubert Kolling

Wärter, Brüder, neue Männer: Männliche Pflegekräfte in Deutschland ca. 1900 – 1980 

wärter brüder neue männer männliche pflegekräfteChristoph Schwamm
Wärter, Brüder, neue Männer
Männliche Pflegekräfte in Deutschland ca. 1900 – 1980 

Medizin, Gesellschaft und Geschichte – Beiheft 79, 
Franz SteinerVerlag, Stuttgart 2021, kartoniert, 160 Seiten, 38,00 €, ISBN 978-3-515-12790-5

In seiner bereits vor mehr als 50 Jahren veröffentlichten „Geschichte der Krankenpflege“ (Kulmbach 1965) widmete der Gewerkschafter und Krankenpfleger Franz Bauer 1898 – 1969)1 auch dem Thema „Krankenpfleger“ ein Kapitel, das er – zurückgreifend auf Friedrich chiller (1759 – 1805) eziehungsweise den „Prolog zu Wallenstein“ – wie folgt beginnen lässt: „‘Von der Parteien Haß und Mißgunst umwittert, schwankt sein Charakterbild in der Geschichte’, ist man versucht zu zitieren, wenn man an den Mann in der Krankenpflege denkt, der von Anfang an durch diese historische Betrachtungen geistert. Viele haben ein Urteil über ihn gefällt. War es immer gerecht? Spielten ihm nicht häufig die Zeitumstände einen Streich?“ Während der Autor seiner Leserschaft weltweite Beispiele über das Wirken von männlichen Pflegekräften präsentierte und dabei ein positives Gesamtbild zeichnete, lies er seine Fragen letztlich unbeantwortet.

Vor dem Hintergrund des weiterhin anhaltenden, nach wie vor ungelösten Problems des Pflegenotstands und der Durchsetzung von Gleichstellungsstrategien, stehen die männlichen Pflegekräfte gegenwärtig im Fokus der Öffentlichkeit. Die Rekrutierung von Männern für den „Frauenberuf Pflege“ wird dabei nicht nur als Mittel gegen den Fachkräftemangel gesehen, sondern auch als ein wichtiger Schritt zum Abbau von geschlechtsbezogener sozialer Ungleichheit und Förderung von Diversität.

Zweifelsohne ist die Krankenpflege heute kein reiner Frauenberuf mehr. Aber ist sie je ein solcher gewesen? Zwar waren Männer ab dem späteren 19. Jahrhundert eine Minderheit in der Pflege, aber niemals eine Ausnahmeerscheinung. Wie also kam es dazu, dass pflegende Männer als Normabweichung wahrgenommen wurden? Dieser Frage geht der Historiker Dr. phil. Christoph Schwamm (Jahrgang 1985) in seinem Buch „Wärter, Brüder, neue Männer. Männliche Pflegekräfte in Deutschland ca. 1900 – 1980“ nach.

Nach seinem Studium der Neueren und Neuesten Geschichte, Wirtschafts- und Sozialgeschichte sowie Anglistik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau und an der University of Nottingham, das er 2012 mit dem Magister Artium abschloss, promovierte der Autor 2018 im Rahmen eines Stipendiums der Robert Bosch Stiftung (Stuttgart) an der Universität Mannheim mit einer Studie über die Krankheitserfahrung männlicher Psychiatriepatienten in der alten Bundesrepublik. Nachdem er zwischen 2018 und 2020 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung arbeitete, ist er seit September 2021 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter in Vertretung am Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der Universität Heidelberg tätig. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen die Geschichte der Pflege, die Geschichte der Psychiatrie, die Geschlechtergeschichte der Medizin (Schwerpunkt Männlichkeiten) sowie die Geschichte der ärztlichen Standesorganisationen, wozu er auch Beiträge in den Fachzeitschriften „Medizinhistorisches Journal“, „Die Schwester / Der Pfleger“ und (gemeinsam mit Pierre Pfütsch) „Dr. med. Mabuse“ veröffentlichte. Neben seinem Buch „Irre Typen? Männlichkeit und Krankheitserfahrung von Psychiatriepatienten in der Bundesrepublik, 1948 – 1993“ (Stuttgart 2018) publizierte er jüngst „Medizingeschichte im Südwesten. Eine kritische Chronik der Bezirksärztekammer Südbaden“
(Stuttgart 2021).

Wie Christoph Schwamm in seiner Einführung betont, ist die Zahl der männlichen Pflegekräfte in Deutschland – es wird derzeit von ungefähr zwölf Prozent aller Pflegekräfte ausgegangen – im Vergleich zu anderen westlichen Ländern relativ hoch; gleichwohl sei die Zahl „aber noch immer gering genug, um auch hierzulande die stereotype Wahrnehmung zu stützen, es handele sich bei der Pflege um einen Frauenberuf“ (S. 10). Außerhalb des internen Diskurses in der Pflege werde auffallend wenig differenziert, ob sich Pflegende männlichen Geschlechts in der Art ihrer Tätigkeit von den weiblichen unterscheiden. Dabei würden männliche Pflegekräfte nicht nur vermehrt in bestimmten Einsatzbereichen arbeiten, so zum Beispiel in der Psychiatrie oder auf urologischen Stationen, sie seien auch überrepräsentiert in Tätigkeiten, die eine höhere Qualifikation erfordern, so als spezialisierte Pflegekräfte, als Stations- und Pflegedienstleiter oder Lehrkräften in Ausbildungsstätten.

Der Themenkomplex „Männer in der Pflege“ vereinigt nach Ansicht des Autors verschiedene Problembereiche, aktuelle wie längerfristige, gesellschaftliche wie politische und wissenschaftliche sowie alltagskulturelle. Deshalb und angesichts der sich zuspitzenden Lage im Zuge des Pflegenotstands erscheine „eine geschichtswissenschaftliche Perspektive auf den Gegenstand geboten“ (S. 14). Hierbei interessiert ihn insbesondere die Frage, ob Männer tatsächlich „im Wesentlichen“ und „bis auf wenige Ausnahmen“ aus der Pflege verschwunden sind, ob es überhaupt weniger männliche Pflegekräfte vor den Reformen der Pflege seit 1970 gab und ob „die neuen Männer“, die im Zuge des kulturellen Wandels seit den 1970er Jahren aufkamen, wirklich zu einer Erosion repressiver Geschlechterordnungen in der Pflege geführt haben? Eine Beantwortung der zuvor gestellten Fragen könne aus verschiedenen Gründen jedoch, so Christoph Schwamm, „nur in Teilen erreicht werden“. Erarbeitet werden könne lediglich „eine sondierende Überprüfung der pflegenden Männer und ihrer Diskurse anhand von möglichst vielen verschiedenen Quellen unterschiedlicher Gattungen aus der Feder mehrerer Akteure“ (S. 28).

Bei seiner Darstellung stützt sich der Autor zunächst auf publizierte Quellen, in erster Linie die Journale von Berufsverbänden und Gewerkschaften, in denen sich Krankenpfleger und Krankenschwestern zum Teil sehr dezidiert über männliche Pflegekräfte äußerten. Neben statistischen Daten zog er auch Passagen aus Lehrbüchern heran, die häufig von Ärzten oder leitenden Schwestern, später auch von Krankenpflegern verfasst wurden. Des Weiteren wertete er auch unpublizierte Dokumente aus, konkret Verwaltungsakten aus Krankenhäusern und übergeordneten Gesundheitsbehörden, und befragte eine kleinere Anzahl – insgesamt sechs Männer, die in der Zeit zwischen 1950 und 1980 als Krankenpfleger tätig waren – von Zeitzeugen.

Nach einer ausführlichen „Einführung“ (S. 9 – 43) zur gesellschaftlichen Relevanz des Themas, dem Erkenntnisinteresse, der Fragestellung, einem Überblick über Quellen und Methode sowie einer theoretischen Betrachtung über Männlichkeiten und Pflege in der Geschlechterforschung, ruft Christoph Schwamm im ersten von insgesamt fünf Kapiteln, „Wärter, Mönche und Soldaten“ (S. 44 – 50), zunächst schlaglichtartig einige Entwicklungen der Geschichte der männlichen Pflege ins Bewusstsein, die belegen, dass „Männer in der Pflege zu allen Zeiten selbstverständlicher Teil der Krankenpflege“ waren. Dass Männer keinen Zutritt zu einer qualifizierten Pflegeausbildung gehabt hätten, sei ein Mythos. Auch nach dem Ersten Weltkrieg und dem Ende des Kaiserreichs und bis in die Zeit der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus habe sich an dieser Situation nichts geändert: „Männer waren in der Pflege anwesend, und zwar in solcher Menge, dass man zwar durchaus von einer Zurückdrängung durch die Mutterhauspflege und die weiblichen freien Verbände sprechen kann, nicht jedoch davon, dass Männer zu einer Ausnahme wurden“ (S. 50).

Mit Blick auf das Modell der Feminisierung, nach dem die Pflege im Laufe des 19. Jahrhunderts – unter anderem durch den systematischen Ausschluss von Männern – ein Frauenberuf geworden sei und sich erst ab den 1970er Jahren ein Stück weit personell wie kulturell entfeminisiert habe, betrachtet der Autor im anschließenden Kapitel „Die Grenzen der Feminisierung“ (S. 51 – 77) genauer die männlichen Pflegekräfte vor den Reformen um 1965. Wie er hierbei zeigt, rekrutierte sich eine nicht unwesentliche Zahl der Pflegenden auch vor der Pflegereform um 1965 aus Männern. Demnach fanden Pfleger „sich stets in den Kliniken auch in Zeiten, in denen die Mutterhäuser am bedeutsamsten waren.“ Zwar hätten sie sich deutlich in der Minderheit (mit Ausnahme der Psychiatrien) befunden, seien jedoch regelmäßig und nicht als bloße Randerscheinung präsent gewesen: „Ganz offensichtlich war die Anzahl der männlichen Pflegekräfte vor der angenommenen Entfeminisierung nicht gerade unbedeutend. […] Es gibt also gute Gründe dafür, anzunehmen, dass es die Pflege als exklusiven Frauenberuf in der Alltagsrealität nie gegeben hat“ (S. 54).

Entsprechende Zuschreibungen, die bis heute als typisch männliche Pflege oder als typisch für männliche Pfleger gelten, haben laut Christoph Schwamm ihren Ursprung in der Konfrontation der Krankenpflege mit der feminisierten Pflegeideologie. Unterdessen sei das Militär, obwohl Kriegskrankenpflege auch in großem Umfang durch Frauen ausgeführt wurde, ein gesellschaftlicher Bereich geblieben, vor dem die Feminisierung der Pflege haltmachte, ebenso wie in „Heterotopien“ (Michel Foucault), also den Heil- und Pflegeanstalten sowie den Kliniken für Haut- und Geschlechtskrankheiten sowie der Urologie, in denen es bedeutend mehr männliche Pflegekräfte gab als in den klassischen Bereichen eines Akutkrankenhauses mit Chirurgie und Innerer Medizin. Neben den kirchlichen Institutionen, die eine weltanschauliche Alternative zu der bürgerlichen Ideologie von der Pflege als Frauenberuf geboten hätten, sei auch der ökonomische Überlebenskampf eine bedeutende Instanz für die Rekrutierung von Männern in die Pflege gewesen. In einem Zwischenfazit hält der Autor hierzu wörtlich fest: „Auch zu den Zeiten der feminisierten Pflege hatten Männer ihren Platz in diesem Beruf. Offenbar war diese Präsenz jedoch an bestimmte Bedingungen geknüpft. Es existierten Invisibilisierungsmechanismen, mit denen die Durchsetzung des bürgerlichen Geschlechterregimes in der Pflege unterlaufen werden konnte. Und es gab Bereiche, vor denen die Feminisierung der Pflege halt machte, weil hier mann-männliche Rekrutierungsinstanzen stark genug gegen Verdrängungstendenzen waren. Durch ein generisches Femininum ließ sich die Fassade eines Frauenberufs aufbauen. So konnte die Bevölkerung regressive Sehnsüchte nach einer mütterlichen Pflege ausleben, ohne dass männliche Pflegekräfte dieses Bild störten“ (S. 77).

Im dritten Kapitel, „Pflegereform und die Aufhebung der Geschlechtertrennung in der Pflege ca. 1950 bis 1970“ (S. 78 – 92), das auch einen Exkurs zum „Pflegenotstand in der DDR“ enthält, rekonstruiert Christoph Schwamm, was genau sich im Verhältnis zwischen pflegenden Frauen und pflegenden Männern im Zuge der Pflegereform um 1970 änderte. Im Gegensatz zur gängigen Annahme, nach der sich die Pflege frühestens seit dieser Zeit für Männer öffnete und aufhörte, ein reiner Frauenberuf zu sein, zeigt er, dass erst die Neustrukturierung der Geschlechterverhältnisse in der Pflege im Zuge dieser Reformen zum Verlust der Normalität von Männern in der Pflege führte – keinesfalls jedoch zu einem erstmaligen Auftreten von Krankenpflegern, die seither mit fortschreitender Liberalisierung immer selbstverständlicher geworden seien.

Vor dem Hintergrund, dass die Mutterhäuser und Schwesternschaften mit ihren Lebensmodellen in den 1950er Jahren nicht mehr in der Lage waren, den wachsenden Bedarf an Pflegekräften zu stellen, nimmt der Autor sodann „Die Aufhebung der Geschlechtertrennung in Ost und West“ (S. 93 – 105) in den Blick, insbesondere den Zugang für Männer zur beruflichen Fort- und Weiterbildung, das „Image des Wärters“ und die Remaskulinisierung der männlichen Pflegekraft.

Im Schlusskapitel, „Die Geburt des Unbehagens an Krankenpflegern aus dem Geist der Pflegereform“ (S. 106 – 138), setzt er sich schließlich mit der Sexualisierung der Krankenschwester und den Folgen für männliche Pflegekräfte auseinander, beleuchtet die Bedeutung der Zivildienstleistenden für den Pflegedienst und ruft Werbemaßnahmen („Klinikassistent-Kampagne“ und „Schwester-Karin-Kampagne“) der 1960er Jahre in Erinnerung. Als die Aufhebung der Geschlechtertrennung in der Pflege spätestens mit Gründung des DBfK (Deutscher Berufsverband für Krankenpflege; seit Mai 1991: Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe) im Jahr 1973 beschlossene Sache war, sei auf institutioneller Ebene ein langjähriger Konflikt zu Ende gegangen. Die erfolgreiche Integration männlicher Pflegekräfte in die Interessenvertretung der Krankenschwestern habe dabei die Karrierechancen von Männern in diesem Sektor in kurzer Zeit stark verbessert.

In seinem „Resümee“ (S. 139 – 143) macht Christoph Schwamm zunächst noch einmal deutlich, dass sich Belege für außerhäusliche Sorgearbeit, die ganz selbstverständlich von Männern durchgeführt wurde, von den frühen Hochkulturen bis zur Ausbreitung der Mutterhäuser Mitte des 19. Jahrhunderts finden. Ebenso könne eine gewisse Präsenz von Männern in der Pflege zur Blütezeit der feminisierten Krankenpflege zwischen ca. 1850 und ca. 1965 nicht grundsätzlich angezweifelt werden. Zweifellos habe die Mutterhauspflege und die bürgerliche Krankenpflege bewirkt, dass im fortgeschrittenen 19. Jahrhundert deutlich mehr Frauen als Männer pflegten: „Mutterhäuser und Schwesternschaften dominierten zwar, waren aber weit davon entfernt, ein Angebotsmonopol auf Pflegekräfte zu besitzen“ (S. 140). Das verfügbare Zahlenmaterial deute darauf hin, dass männliche Pflegekräfte keine Ausnahme waren, sondern eher eine stabile Minderheit. Einerseits habe ein Bedarf an männlichen Pflegekräften existiert, andererseits hätten viele Männer diese Arbeit verrichten wollen oder müssen, weil ihnen der Zugang zu einem bürgerlichen Männerberuf verwehrt blieb.

In der Bundesrepublik sei die Aufhebung der Geschlechtertrennung in der Pflege in den Jahren zwischen der Einführung des Krankenpflegegesetzes 1965 und der Gründung des DBfK 1973 erfolgt. Wie in anglophonen Ländern habe es auch hier homophobe Reaktionen gegeben: „In Anwerbekampagnen für männliche Pflegekräfte und in der berufspolitischen Kommunikation setzten deutliche Remaskulinisierungstendenzen ein. Es wurde versucht, ein Berufsbild männlicher Krankenpfleger zu konstruieren, das kompatibel mit hegemonialer Männlichkeit war“ (S. 142). Insbesondere die Beherrschung von Medizintechnik habe dabei eine Rolle gespielt. 

Ergänzt wird die an der Schnittstelle von Pflege- und Geschlechterforschung angesiedelte Studie, mit der Christoph Schwamm einen wichtigen Beitrag zum Verhältnis von Männlichkeit und Krankenpflege im 20. Jahrhundert geleistet hat, durch einen „Anhang“
(S. 144 – 160) mit dem Interviewleitfaden bei der Zeitzeugenbefragung, einem Abbildungsnachweis sowie einem Überblick über die der Arbeit zugrunde liegenden Quellen und Literatur. Das Buch „Wärter, Brüder, neue Männer“ wird man mit großem Interesse umso mehr lesen, als es zahlreiche Anregungen bietet, sich mit dem Thema weitergehend auseinanderzusetzen.

Im Hinblick auf die Pflegeschichte sei noch eine Anmerkung erlaubt. In seiner Einführung weist der Autor zu Recht darauf hin, dass im Vergleich zur Medizingeschichte die Geschichte der Pflege als wenig entwickelt gilt: „Ihre schwierige Position im akademischen Gefüge spiegelt offenbar die Bedeutung wider, die die Gesellschaft ihren Pflegenden im Vergleich zur Medizin beimisst“ (S. 29). Die Einschätzung ist zweifelsfrei richtig und hat ihre Gründe, wobei die Pflegenden – völlig unabhängig vom Geschlecht – hier auch selbst in der Verantwortung stehen, schaut man sich etwa ihren mangelnden Organisationsgrad in Berufsverbänden oder das weitgehende Desinteresse an der eigenen Berufsgeschichte an. Selbst in den entsprechenden Ausbildungseinrichtungen sieht es nicht viel anders aus, indem man dort beispielsweise die Fachzeitschrift „Geschichte der Pflege“ (seit 2021: „Geschichte der Gesundheitsberufe“) oder das „Biographische Lexikon zur Pflegegeschichte. Who was who in nursing history“ nur äußerst selten finden wird. Somit ist es auch nicht verwunderlich, dass die institutionelle Verankerung der Pflegegeschichte im Hochschulsektor im Zuge der Akademisierung der Pflege in den letzten drei Jahrzehnten bisher keine Rolle spielte.

Eine Rezension von Dr. Hubert Kolling


1 Vgl. Kolling, Hubert: Krankrenpfleger, Gewerkschafter und Fachbuchautor Franz Bauer 1898 – 1969 (Sonneberger Geschichtsblätter, Band 4). Sonneberg 2008; Kolling, Hubert: Franz Bauer. In: Horst-Peter Wolff (Hrsg.): Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte. „Who was who in nursing history“, Band 2. München, Jena 2001, Seite 15 – 16