Porträt Georg Stutz * 1897 – † 1961
Dr. Kolling, H.
Geschichte der Gesundheitsberufe · 2026 · Heft 1 · S. 8 bis 15 · DOI 10.3936/docid579175
Abstract
Die Geschichte der neuzeitlichen Anstaltspsychiatrie begann in der Schweiz im Jahre 1854, als in Liestal (früher:
Zusammenfassung
Georg Stutz (1897-1961) war ein bedeutender Schweizer Psychiater, der sich für die Verbesserung der psychiatrischen Pflege und die Ausbildung des Pflegepersonals einsetzte. Geboren in Pratteln, studierte er Medizin in Basel, Genf und Zürich und promovierte 1924. Stutz war während des Zweiten Weltkriegs als Oberstleutnant aktiv, gab jedoch 1943 sein Kommando auf, um sich seiner Klinik zu widmen.
1934 wurde er Chefarzt der Heil- und Pflegeanstalt Hasenbühl in Liestal, wo er moderne Behandlungsmethoden einführte und sich für die Abschaffung von Zwangsmaßnahmen einsetzte. Er war ein Verfechter der Psychotherapie und der Milieutherapie, die eine positive soziale Umgebung für die Patienten schaffen sollte. Stutz förderte auch die Arbeitstherapie und die Freizeitgestaltung als Teil der Behandlung.
Er war ein Befürworter der Ausbildung des Pflegepersonals und betonte die Notwendigkeit von gut ausgebildeten und empathischen Pflegekräften. Stutz war aktiv in verschiedenen Fachgesellschaften und setzte sich für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der psychiatrischen Pflege ein. Er starb 1961 an einem Herzinfarkt und hinterließ ein bedeutendes Erbe in der Psychiatrie und Pflege.
Schlagwörter
Georg Stutz, Psychiater, Pflegehistorie, Psychiatrie, Ausbildung, Zwangsmittel, Heil- und Pflegeanstalt, Reformbewegung, Schweiz, 20. Jahrhundert, Gesundheitsberufe, Medizin
