„Wesentlich die Geschicke der deutschen Pflege im 20. Jahrhundert mitbestimmt“ Ruth Elster (1913-2002) und ihre Aktivitäten im Agnes-Karll-Verband
Dr. Kolling, H.
Geschichte der Gesundheitsberufe · 2026 · Heft 1 · S. 30 bis 40 · DOI 10.3936/docid579170
Abstract
Bei dem vorliegenden Beitrag handelt es sich um den leicht modifizierten Vortrag, den der Verfasser im Rahmen der von der Fliedner Fachhochschule Düsseldorf und der Fliedner-Kulturstiftung veranstalteten 5. Fachtagung Pflegegeschichte zum Thema „Verbandsund Berufspolitik in der Pflege“ am 28. Oktober 2025 in Düsseldorf gehalten hat
Zusammenfassung
Ruth Elster (1913-2002) war eine prägende Figur in der deutschen Pflegegeschichte des 20. Jahrhunderts, insbesondere durch ihre Rolle im Agnes-Karll-Verband, der 1945 gegründet wurde. Elster, die 1957 zur Präsidentin des Verbands gewählt wurde, setzte sich für die Professionalisierung der Pflege ein und forderte eine Verbesserung der Ausbildung sowie eine stärkere Anerkennung des Pflegeberufs. Unter ihrer Leitung wurde der Verband in den Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) umgewandelt, der heute über 18.000 Mitglieder zählt.
Elster war eine Verfechterin der Eigenständigkeit der Krankenschwestern und setzte sich für die Integration von Pflegekräften in die Gesundheitsbehörden ein. Sie kritisierte die unzureichende Ausbildung und den niedrigen Status des Pflegeberufs in Deutschland. Ihre zentrale Forderung war ein neues Krankenpflegegesetz, das die Ausbildung auf drei Jahre verlängern sollte.
Sie organisierte auch den ICN-Kongress 1965 in Frankfurt, der die internationale Sichtbarkeit des Verbands erhöhte. Elsters Engagement umfasste zahlreiche Gremien und Initiativen zur Verbesserung der Pflegeausbildung und -praxis. Ihr Erbe wird als bedeutend angesehen, da sie die Interessen der Pflegeberufe nachhaltig stärkte und die Professionalisierung vorantrieb. Sie starb 2002, hinterließ jedoch einen bleibenden Einfluss auf die Pflege in Deutschland.
Schlagwörter
Deutschland, Berlin, Arbeit, Biographie, Berufsausbildung, Krankenhaus, Bundesregierung, Bevölkerung, Berufe, Pflegeforschung, Gesetz, Aufmerksamkeit, Atmosphäre, Demokratie, Chirurgen, Betrug, Boden, Arbeitskräfte
