Pflege-Thermometer bis Mitte Dezember verlängert

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Der Erhebungszeitraum der bundesweiten Befragung zur Situation der stationären Langzeitpflege in Deutschland wird verlängert

Das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (DIP) führt seit Anfang November mit dem Pflege-Thermometer 2018 die bislang größte bundesweite Befragung von Leitungskräften aus der stationären und teilstationären Pflege durch. Aufgrund von Hinweisen von Einrichtungsleitungen verlängert das DIP die Möglichkeit zur Teilnahme.
Bis zum 15. Dezember 2017 besteht die Möglichkeit, sich an der Studie zu beteiligen. Alle Bögen, die bis dahin eingehen, werden in die Untersuchung eingeschlossen. „Ein hohes Interesse an der Teilnahme ist festzustellen und wir möchten noch mehr Leitungskräften aus den stationären Langzeitpflege die Möglichkeit geben, sich an dieser wichtigen Studie zu beteiligen“, so Prof. Michael Isfort, Leiter der Studie. „Wir hoffen auf eine möglichst große Beteiligung, um aussagekräftige Hinweise an die Politik, Verbände und Kostenträger geben zu können“.
Das aktuelle Pflege-Thermometer ist die neunte Studie innerhalb der Pflege-Thermometer-Reihe. Das DIP versandte Anfang November Fragebögen an sämtliche stationären Einrichtungen in Deutschland. Weitere Fragebögen zur Teilnahme werden auf Nachfrage beim Institut gerne zugesandt. Im Frühjahr 2018 werden die Ergebnisse im Rahmen des Deutschen Pflegetags in Berlin präsentiert. Im Nachgang wird die vollständige Studie kostenfrei zum Download auf der Internetseite des Instituts zur Verfügung gestellt (www.dip.de). Die Studie wird von der B. Braun-Stiftung gefördert und vom Verband der Ersatzkassen e.V. unterstützt.
Das gemeinnützige Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. finanziert sich (weit überwiegend) aus Projektmitteln und beschäftigt rund fünfzehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zu den Auftraggebern und Kooperationspartnern gehören Bundes- und Landesministerien, Stiftungen, Träger von Einrichtungen im Gesundheitswesen, Krankenkassen, Verbände, Kommunen, Hochschulen, wissenschaftliche Institute und weitere Einrichtungen. Zum Angebot des Instituts gehört das gesamte Spektrum der Forschung, Entwicklung, Evaluation, Beratung, wissenschaftlichen Begleitung und Gutachtenerstellung im Pflege- und Gesundheitswesen.

Kontakt: Elke Grabenhorst/ Ruth Rottländer, Tel: 0221/ 46861-30 oder -43

Forschungswelten 2018: Programm erschienen

Programm erschienen

Vom 19.-20. April 2018 findet an der FHS St. Gallen der 9. internationale wissenschaftliche Kongress für Pflegeforschung - Forschungswelten - statt. Die diesjährige Veranstaltung steht unter dem Titel "Vielfalt leben - Offenheit erhalten. Multiperspektivität und Interdisziplinarität in Pflege - Praxis - Wissenschaft".

Das Programm der Forschungswelten 2018 ist erschienen. Mit mehr als 60 Keynotes, Vorträgen und Workshops und über 20 Postern bietet der Kongress ein breites Spektrum der Pflegewissenschaft und Forschung im deutschsprachigen Raum. Sie können das Programm auf der Website als PDF-Abstractband (ca. 182 Seiten), HTML-Programmübersicht und als Smartphone-Version ansehen.

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Programmheft PDF

Programmübersicht

 

Smartphone-Version

Das Programm kann in folgenden Versionen geöffnet werden:

Keynotes | Workshops | Programmübersicht | Smartphone-Version | Programmheft PDF

EXECUTIVE SUMMARY ZU “COMMUNITY HEALTH NURSING IN DEUTSCHLAND”

dbfk logoEXECUTIVE SUMMARY ZU “COMMUNITY HEALTH NURSING IN DEUTSCHLAND”

Angesichts der demographischen und epidemiologischen Entwicklungen in Deutschland, verbunden mit den versorgungsstrukturellen und ökonomischen Veränderungen ergeben sich neue Herausforderungen für die Gesundheitsversorgung. Es gilt neue, passgenaue Versorgungsangebote zu entwickeln. Angesichts der bestehenden Unter- und Überversorgung (SVR, 2014) gibt es in Deutschland seit längerem Debatten zur Stärkung der Primärversorgung. Sie stellt im ambulanten Geschehen die zentrale Eintrittspforte ins Gesundheitswesen dar.

Laut Sachverständigenrat (SVR, 2014) ist ein niedrigschwelliger Zugang zu den Leistungen des Gesundheitswesens entscheidend für die Inanspruchnahme und Bedarfsgerechtigkeit eines Systems. Das ist besonders für vulnerable Gruppen (dazu gehören auch ältere Menschen) und für Bevölkerungsgruppen in strukturschwachen (ländlichen) Regionen bedeutsam. Die Primärversorgung muss auf dem Land, aber auch in städtisch geprägten benachteiligten Gebieten effizient und bedarfsgerecht gesichert werden. Gute Erreichbarkeit, integrierte Versorgungsangebote, ein breites Versorgungsspektrum bei hoher Qualität sind zentrale Ziele. Dadurch wird ein Verbleib in der Häuslichkeit auch bei beginnendem Pflege- und Unterstützungsbedarf ermöglicht.

Die international bewährten, lokalen, multiprofessionell besetzten Primärversorgungszentren bieten pflegerische, präventive, medizinische, psychosoziale und rehabilitative Leistungen unter einem Dach, gebündelt und koordiniert in einer integrierten Versorgung. Speziell qualifizierte Pflegefachpersonen1, Community Health Nurses, sind autonom in den Zentren in einem definierten Handlungsfeld tätig und übernehmen oft zentrale Koordinations- und Steuerungsfunktion (Schaeffer, 2017). Ihre Aufgaben hängen stark davon ab, in welchem Setting sie eingesetzt sind: welche medizinisch-pflegerischen Bedarfslagen in der Population vorherrschen, welche Klientengruppen die Versorgungseinrichtung besuchen, welche Interventionsstrategien vorrangig angewendet werden und welche Gesundheitsprobleme anzutreffen sind:

  • Krankheitsabhängig, z.B. Herzinsuffizienz, Diabetes, psychische Gesundheitsbeeinträchtigungen, chronischer Krankheit,
  • Bevölkerungsabhängig; Ausrichtung der Community Health Nurse auf eine bestimmte Bevölkerungsgruppe (z.B. Alte, Kinder, Randgruppen, Flüchtlinge, Alleinlebende, Wohnungslose etc.) in einer Region.
  • Je nach Aufgabenfeld, in dem die Community Health Nurse eine breit angelegte Primärversorgung der Bevölkerung versieht und bei Bedarf einen Arzt hinzuzieht oder mit einem Arzt zusammenarbeitet.

Die Community Health Nurse erwirbt die erforderlichen Kompetenzen in einem Master-Studium. Eine Ausbildung in einem Pflegeberuf ist Voraussetzung ebenso Berufserfahrung. Die umfassende Qualifikation als Pflegefachperson und der ganzheitliche Blick auf den Menschen sind unabdingbar. Community Health Nurses verfügen unter anderem über die Kompetenzen zur:

  • Bearbeitung neuer komplexer Aufgaben und Problemstellungen,
  • eigenverantwortlichen Steuerung von Prozessen in einem wissenschaftlichen Fach oder in einem strategieorientierten beruflichen Tätigkeitsfeld,
  • verantwortlichen Leitung von Gruppen oder Organisationen im Rahmen komplexer Aufgabenstellungen,
  • Vertretung ihrer Arbeitsergebnisse im interdisziplinären Team und zur Führung einer fachlichen, bereichsspezifischen und übergreifenden Diskussion,
  • Erschließung von eigenständigem Wissen zur Bewältigung neuer anwendungs- und/oder forschungsorientierter Aufgaben.

Zur Ausgestaltung der Rolle ist die Orientierung an den skandinavischen Ländern, Kanada, aber auch Österreich hilfreich. Die Etablierung der Community Health Nurse erweitert das Leistungsspektrum in der Primärversorgung. Partiell kommt es zu einer Aufgabenneuverteilung bzw. Verlagerung ärztlicher Aufgaben. Das führt u.a. zu einer Entlastung der Hausärzte.
Das Konzept sieht vor, dass Community Health Nurses in Deutschland vor allem häufig vorkommende Routinetätigkeiten übernehmen. Dazu gehören die Überprüfung des Gesundheitszustandes und der Medikamenteneinnahme, die Erhebung von Befunden und deren Dokumentation, Überprüfung auf Abweichungen, Kontrolluntersuchungen bei chronisch Erkrankten, Anleitung zum Selbstmanagement, Durchführung gängiger Assessments – auch auf psychische Verfassung und Kognition –, Blutentnahmen, Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und Prävention. Ihre spezifischen pflegerischen Kompetenzen zum Selbstmanagement bei chronischem Krankheitsgeschehen und edukative Interventionsansätze (Patientenschulung, Beratung) ergänzen das Leistungsgeschehen. Community Health Nurses steuern Versorgungsprozesse, führen Casemanagement durch und koordinieren die Leistungserbringung der Akteure. Sie erheben Gesundheitsbedarfe in der Kommune und sind Bindeglied zwischen Kommune, z.B. dem Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) und Primärversorgungszentrum. Im Sinne von Leadership übernehmen sie Personalverantwortung.
Eine mögliche, immer wieder propagierte Struktur sind multiprofessionell besetzte, integrierte Gesundheits-/Versorgungszentren. In solchen Zentren – aber nicht nur da – können Pflegefachpersonen (Community Health Nurses) in Zusammenarbeit mit anderen Gesundheitsprofessionen wirken. Weitere Einsatzmöglichkeiten können über den ÖGD, in Medizinische Versorgungszentren oder über das Quartiersmanagement geschaffen werden.
Die Finanzierung der Community Health Nurse kann in Deutschland unterschiedlich geregelt werden, je nach Ansiedlung der Arbeitsstelle. Möglich ist eine Mischfinanzierung aus Leistungen der Krankenkassen sowie öffentlicher, steuerfinanzierter kommunaler Mittel. Die Kommunen haben eine Schlüsselrolle bei Initiierung, Organisation und Aufbau der Pflegeinfrastruktur zur Unterstützung im Wohnumfeld. Die Notwendigkeit ist erkannt, in den Auf- und Ausbau einer vernetzten Primärversorgung zu investieren. Eine gut zugängliche Primärversorgung unterstützt das Abrufen kassenfinanzierter Leistungen. Dies kann gesundheitsförderlich/präventiv wirken und den Eintritt von Pflegebedürftigkeit verhindern oder zumindest verzögern.
Vorbehaltlich der Projektbewilligung durch die Robert Bosch Stiftung sollen Hochschulen bei der Entwicklung von Master-Curricula zu Community Health Nursing gefördert werden.

Infos unter https://www.dbfk.de/de/themen/Community-Health-Nursing.php. Die Langfassung mit Literaturverzeichnis wird auf Wunsch als PDF zugesendet. Bitte wenden Sie sich an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein..