Einladung zur Tagung "Technik, die uns nahe kommt", 14/15.6.2018

technik tagungEinladung zur Tagung "Technik, die uns nahe kommt", 14/15.6.2018

Technik durchdringt unseren Alltag immer stärker und rückt näher an den Menschen. Das gilt in besonderer Weise für das Gesundheitswesen und gesundheitsbezogene technische Entwicklungen. Ob Wearables oder Implantate, am oder im Körper getragen, ob emotionale Robotik oder technische Assistenzsysteme – die technischen Geräte werden immer mächtiger, begleiten uns im Alltag und sind bald nicht mehr von unserer Seite wegzudenken.
Solche Technik fasziniert auf der einen Seite, weckt jedoch auch Befürchtungen und Abwehr auf der anderen. Ein Verständnis und eine ethische Evaluation dieser Entwicklung in der Beziehung zwischen Mensch und Technik verlangt nach einer multiperspektivischen Betrachtung und einem konstruktiven Dialog zwischen Technik-, Human- und Geisteswissenschaften.
Die Tagung liefert einen Einblick in die aktuellen technischen Entwicklungen, in das zugehörige theoretische Hintergrundwissen sowie praktische Erfahrung durch Anschauungsmaterial aus einzelnen Forschungsfeldern. Ziel ist es, auf der Grundlage von Fachinformationen und Diskussionen den eigenen Blick und das eigene Urteil zu schärfen und damit die Gestaltung dieser Entwicklungen mit voranzutreiben.
Wir laden Interessierte, Betroffene, Forschende, Zweifelnde, Fragende und Fortschrittsenthusiasten ein, solche Fragen miteinander am Energie Campus Nürnberg (enCN) zu diskutieren, einem Ort, der eng mit diesen Wissenschaften verbunden und gleichzeitig für die ethische Begleitdebatte
offen ist.

Für das Programmheft klicken Sie bitte hier.

 

Pfr. Frank Kittelberger
Studienleiter für Ethik in Medizin und Gesundheitswesen, Pastoral-
psychologie und Spiritual Care in der Evangelische Akademie Tutzing

Prof. Dr. theol. habil. Arne Manzeschke
Leiter der Fachstelle für Ethik und Anthropologie im Gesundheitswesen
der ELKB, Professor für Anthropologie und Ethik für Gesundheitsberufe
an der Evangelischen Hochschule Nürnberg, Forschungsdirektor des
Zentrums für Wirtschaftsethik (ZfW), Berlin

Kollaborative Software gestaltet spielerisch Dienstpläne für Pflegeberufe

fraunhofer digitalForschungsprojekt GameOfRoster

Kollaborative Software gestaltet spielerisch Dienstpläne für Pflegeberufe

Im Forschungsprojekt GamOR (GameOfRoster) entwickelt das Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM gemeinsam mit verschiedenen Projektpartnern ein Softwaretool, das Pflegekräfte bei der Planung ihrer Dienstpläne unterstützt. Dabei sind die Beschäftigten in die Gestaltung der Prozesse miteinbezogen und haben spielerisch die Möglichkeit, selbst mitzuwirken.


Laut statistischem Bundesamt sind circa 2,9 Millionen Menschen pflegebedürftig. 2050 werden es vermutlich sogar mehr als 4 Millionen Menschen sein. Gleichzeitig besteht ein steigender Bedarf an Pflegekräften; dieser ist u.a. bedingt durch die schwierigen Arbeitsbedingungen. Hohe körperliche und psychische Belastungen sowie Beeinträchtigungen des sozialen Lebens durch Schichtarbeit prägen den Berufsalltag der Pflegeberufe.

Mitbestimmung erhöht Zufriedenheit

Gleichzeitig haben Studien gezeigt, dass Beschäftigte ihre Arbeitssituation besser bewerten, wenn sie an der Gestaltung ihres Dienstplans beteiligt sind. Es gibt ihnen eine höhere Planungssicherheit im Spannungsfeld zwischen hoher geforderter zeitlicher Flexibilität auf der einen Seite und dem Bedürfnis nach planbarem Privatleben auf der anderen.
»Hier setzt unser Projekt an. In den Pflegeberufen ist es besonders wichtig, eine Balance zwischen Arbeits- und Privatleben zu finden. Das zentrale Ziel unseres Projekts ist, die Arbeitsbedingungen durch bessere Planung aktiv zu verbessern«, so Dr. Sebastian Velten, Verbundkoodinator des Projektes. »Wir gestalten den Dienstplanungsprozess daher kollaborativ. Das heißt jeder hat die Möglichkeit, sich digital zu beteiligen. Gemeinsam organisiert sich jedes Team selbst über unsere Softwareplattform und versucht auf alle Bedürfnisse der Beschäftigten einzugehen«.

Mit Mathematik und Gamification Planungsprozess in Alltag integrieren

»Uns ist wichtig, Mensch, Technik und Organisation ganzheitlich zu betrachten, nur dann ist eine partizipative Prozessgestaltung überhaupt möglich«, erklärt der Fraunhofer-Experte. Die mathematischen Grundlagen dafür bilden kombinatorischeModelle und Algorithmen zur Generierung und Zusammenführung von Planungsalternativen.
»Zudem setzen wir auf spieltheoretische Ansätze zur Unterstützung und Organisation von Abstimmungsvorgängen. Gamification ist hier das Schlagwort«, betont Rasmus Schroeder. Er arbeitet ebenfalls im Fraunhofer ITWM an der Projektumsetzung. Damit gemeint ist die Übertragung von Spielelementen auf die Software-Plattform. Eine erlebnisorientierte Gestaltung erhöht die Motivation der Nutzer, sich selbst einzubringen, baut die Hemmungen vor der Digitalisierung ab und macht die Erfahrung mit der Software im Berufsalltag attraktiver.
Die Softwareplattform nutzt dabei als Grundlage die vorgegebenen Eckdaten wie Besetzungsvorgaben und Qualifikationen, gesetzliche Bestimmungen sowie ergonomische und tarifliche Regelungen und übernimmt dann folgende Aufgaben:

  • die Erfassung, Planung und Verfolgung von Terminwünschen
  • die Abstimmung von Einsatzzeiten mit Kollegen und Vorgesetzen
  • die Zusammenführung von Teilplänen und die Kontrolle von Gesamtplänen

Praxiserprobt durch Protestantische Altenhilfe Westpfalz

Die Umsetzung in der Praxis sichert die Protestantische Altenhilfe Westpfalz mit der Senioreneinrichtung »Haus an den Schwarzweihern« am Standort Enkenbach-Alsenborn als zentraler Anwendungspartner. »Zur Evaluation unserer Ergebnisse haben wir zu Beginn gemeinsam mit den wissenschaftlichen Projektpartnern viele Interviews mit unseren Beschäftigten geführt und auch die Zufriedenheit gemessen«, erklärt Ursula Dörler, Einrichtungsleiterin des Protestantischen Pflegeheims. »Am Anfang gab es da schon auch Kolleginnen und Kollegen mit Zweifel, wie ein solch digitales System diese Komplexität überhaupt erfassen könne. Denn die Rahmenbedingungen unserer Dienstpläne sind schon herausfordernd. In verschiedenen Infoveranstaltungen haben wir deshalb das Projekt allen vorgestellt und die Möglichkeiten sowie unsere Ziele genau erklärt.«
Als Beispielelement nennt Dörler das Wunschbuch: »Aktuell gibt es bei uns ein so genanntes Wunschbuch. Hier tragen sich die Kolleginnen und Kollegen noch ganz klassisch schriftlich in ein Buch ein, wenn ihnen bei der Planung die Berücksichtigung eines privaten Terminwunsches besonders wichtig ist – zum Beispiel der Geburtstag des Kindes oder die Einschulung«, berichtet Dörler. Ein solches Wunschbuch soll es in der Software auch geben, dann aber digital und versehen mit vielen weiteren praktischen Funktionen, die ein analoges, haptisches Buch gar nicht hergeben kann, z.B. der Verzahnung mit anderen Planungselementen. »In den nächsten Wochen wird es einen ersten Prototyp geben, mit dem wir dann im nächsten Schritt die Basisfunktionen schon auf Herz und Nieren prüfen können. Wir freuen uns schon darauf und sind sehr stolz bei dem Projekt mitwirken zu können«, betont die Einrichtungsleiterin.

»Arbeitswelt der Zukunft« heißt auch »Arbeitsplanung der Zukunft«

Im Projekt GamOR arbeiten sechs Partner aus dem Bereich Forschung und Industrie eng zusammen an der Umsetzung. Dabei sind die Arbeitsschwerpunkte in die Bereiche Organisation, Technik und Mensch unterteilt. Neben dem Fraunhofer ITWM und der Protestantischen Altenhilfe Westpfalz sind das Institut für Technologie und Arbeit, die Universität Siegen, das Systemhaus für EDV-Anwendungen SIEDA GmbH sowie ergosign Ergonomie und Design GmbH beteiligt.
Das Wissenschaftsjahr 2018 steht unter dem Motto »Arbeitswelt der Zukunft«. Wie kann ein futuristischer Arbeitsplatz aussehen? Dazu gehört auch die Dienstplanung der Zukunft. Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt wird daher durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und den Europäische Sozialfonds (ESF) im Programm »Innovationen für die Produktion, Dienstleistung und Arbeit von morgen« (Förderkennzeichen: 02L15A213) gefördert und vom Projektträger Karlsruhe (PTKA) betreut.
Mehr zum Projekt auf der Website unter www.itwm.fraunhofer.de/gamor

 


Dieses Forschungs- und Entwicklungsprojekt wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und den Europäische Sozialfonds (ESF) im Programm »Innovationen für die Produktion, Dienstleistung und Arbeit von morgen« (Förderkennzeichen: 02L15A213) gefördert und vom Projektträger Karlsruhe (PTKA) betreut. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt beim Autor.

Befragung zur Pflegekammer in Hessen

Hessen PflegekammerBefragung zur Pflegekammer in Hessen –

Einlösung des Versprechens der schwarz-grünen Koalition?

Im Koalitionsvertrag der Rot-grünen Koalition von Hessen aus dem Jahre 2014 heißt es auf Seite 81: „Wir werden die Einführung einer Pflegekammer unter Beteiligung der Betroffenen prüfen, in der alle Pflegeberufe berufsständisch organisiert werden.“.
Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration (HSM) hat das Statistische Landesamt Hessen beauftragt, eine Online-Befragung unter allen Pflegenden in Hessen durchzuführen. Das Thema der Befragung ist „Pflegekammer in Hessen“ und wird erstmalig in Hessen durchgeführt.
Geplant laut Koalitionsvertrag war eine Prüfung der Sachlage, durchgeführt wird eine Befragung, die ein Stimmungsbild erheben soll. Die Befragung ist für den Monat Juni geplant. Der Landespflegerat kritisiert die Kürze der möglichen Vorbereitungszeit, um die Pflegefachkräfte in Hessen flächendeckend zu informieren. Auch wird kritisiert, dass der Landespflegerat zwar kurzfristig informiert wurde aber keine Einbindung fand in die Vorbereitung und Planung der Online-Befragung.
Der 1. Vorsitzende des Landespflegerats Hr. Martin Hußing sagt: „Der Landespflegerat Hessen stellt es sich nun zur Aufgabe, in der Kürze der Zeit, die Pflegenden in Hessen zum Thema Pflegekammer und zur bevorstehenden Online-Befragung umfassend zu informieren.“Weiter meint er: „Die Pflegekammern in Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Niedersachsen sind Beispiele für eine Erfolgsgeschichte."
Eine geplant flächendeckende Informationsveranstaltungsreihe musste der Idee weichen in sechs ausgesuchten hessischen Städten Informations-veranstaltungen abzuhalten. Die Wahl fiel auf die Städte Frankfurt (2. Mai), Gießen/Marburg (17. Mai), Fulda (18. Mai), Darmstadt (22. Mai), Kassel (25. Mai) und Wiesbaden (29. Mai). Weitere Details zu den Veranstaltungen und weiteres Informationsmaterial zum Download finden Sie auf der Website des Landespflegerates (www.landespflegerat-hessen.de). Das HSM hat bei allen Veranstaltungen seine Teilnahme zugesagt.
Für weiterführende Informationen und zu persönlichen Gesprächen stehen wir gerne jederzeit zu Ihrer Verfügung.

Der Landespflegerat Hessen
www.landespflegerat-hessen.de
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.


 

ADS
Arbeitsgemeinschaft Christlicher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen in Deutschland e.V.

BLGS
Bundesverband Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe e.V.

Bundesverband Pflegemanagement e.V.
Landesgruppe Hessen

BvfPk e.V.
Bundesverband freiberuflicher Pflegefachkräfte e.V.

Hebammen
Landesverband der Hessischen Hebammen e.V.

BeKD
Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland e.V.

BFLK
Bundesfachvereinigung Leitender Krankenpflegepersonen der Psychiatrie e.V.

DBfK
Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe DBfK Südwest e.V.

DGF
Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e.V.

DPV
Deutscher Pflegeverband e.V. VdS Verband der Schwesternschaften

VPU
Verband der PflegedirektorInnen der Unikliniken