Innovationsfonds fördert DAK-Projekt zur Pflege Zehn Millionen Euro für regionales Pflegekompetenzzentrum

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Mit zehn Millionen Euro fördert der Innovationsfonds das Konzept regionaler Kompetenzzentren der DAK-Gesundheit. Als Pilot entsteht das erste Zentrum in der niedersächsischen Modellregion Landkreis Grafschaft Bentheim/Landkreis Emsland. Es soll dort die Zusammenarbeit aller Akteure der Pflege unterstützen und durch ein gezieltes Case Management die Situation für Pflegebedürftige und deren Angehörige vor Ort verbessern. Die DAK-Gesundheit ist Konsortialführerin des Projekts. Konsortialpartner sind die Gesundheitsregion EUREGIO e.V., die Universität Osnabrück und die Philosophisch-Theologische Hochschule Vallendar. Darüber hinaus beteiligen sich zahlreiche Kooperationspartner. Der Innovationsfonds wurde 2016 von der Bundesregierung geschaffen, um neue Versorgungsformen und Forschungsprojekte zu fördern.

„Die Förderung des regionalen Pflegekompetenzzentrums ist ein wichtiger Schritt zu einer besseren Versorgung vor Ort“, sagt Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit. „Gerade in ländlichen Regionen ist es wichtig, dass die vielen Akteure der Pflege, von der Beratung über Pflegedienste bis zur stationären Versorgung, reibungslos ineinandergreifen. Unser Konzept hilft dabei.“


Regionale Pflegekompetenzzentren sind Organisationen des Case Managements: Sie koordinieren alle an der Pflege beteiligten Akteure, um Pflegebedürftige optimal und auf ihre individuelle Situation zugeschnitten zu versorgen. Als regionale Zentren können Krankenhäuser genutzt werden, die von der Schließung bedroht sind. In Nordhorn ist das Marienkrankenhaus bereits vor kurzem in ein Pflegeheim umgewandelt worden. „Deshalb haben wir dort die idealen Voraussetzungen, um unser Konzept schnell in die Praxis umzusetzen“, sagt Storm. Um die Versorgung zu verbessern, sollen auch digitale Anwendungen eingesetzt werden. „Wir können dort zum Beispiel unsere elektronische Gesundheitsakte Vivy einsetzen, die den Austausch von Gesundheitsdaten zwischen Ärzten und Patienten erleichtert“, sagt Storm. Denkbar sei auch, mit digitaler Hilfe die Arbeit von Pflegekräften zu erleichtern oder Angehörigen dabei zu helfen, die Betreuung pflegebedürftiger Familienmitglieder zu organisieren. Storm: „Im regionalen Pflegekompetenzzentrum wollen wir mit technischen Innovationen vorangehen.“

Mit dem Förderzuschlag des Innovationsfonds können jetzt die nächsten Schritte geplant werden. „Ich freue mich sehr, dass unser gemeinsames Projekt jetzt starten kann“, sagt der Geschäftsführer der Gesundheitsregion EUREGIO e.V., Thomas Nerlinger. „Ich bin mir sicher: Das regionale Pflegekompetenzzentrum wird die Lebensqualität für die Menschen in unserer Region verbessern.“

Die DAK-Gesundheit erweitert ständig ihr Angebot für Pflegebedürftige und deren Angehörige. Unter www.dak.de/pflege gibt es eine Übersicht. Informationen zur elektronischen Gesundheitsakte Vivy gibt es unter: www.dak.de/vivy 

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UMIT-Zertifikatslehrgang "Informationsmanagement und eHealth in der Pflege": Weiterbildung auf Pflegepersonen zugeschnitten


UnbenanntUMIT-Zertifikatslehrgang "Informationsmanagement und eHealth in der Pflege":
Weiterbildung auf Pflegepersonen zugeschnitten

Im März 2019 bietet die Tiroler Gesundheitsuniversität UMIT wieder einen dreitägigen Zertifikatslehrgang im Bereich Informationsmanagement und eHealth an. Der Lehrgang ist speziell auf Personen aus dem Pflege- und Sozialbereich ausgerichtet, die in Gesundheitseinrichtungen IT-bezogene Aufgaben übernommen haben oder übernehmen wollen. Ziel ist die Verbesserung der Qualität und der Effizienz von IT-Werkzeugen im klinischen Alltag.

In dem Lehrgang werden unter anderem die Themen vernetzte Informationssysteme und eHealth, Projekt- und Prozessmanagement in der Pflege, Auswahl und Einführung von IT-Systemen sowie Gestaltung von pflegerischen Dokumentationssystemen bearbeitet.

„Die AbsolventInnen des Lehrgangs sollen in die Lage versetzt werden, bei der Gestaltung moderner IT-Werkzeuge in der Pflege mitzuwirken. Wichtig ist, dass sie diese dann gezielt auswählen und effizient nutzen können. Das erlernte Wissen kann direkt in der Praxis umgesetzt werden“, sagt dazu Univ.-Prof. Dr. Elske Ammenwerth von dem UMIT-Institut für Medizinische Informatik.

Der nächste Lehrgang findet vom 6. – 8. März 2019 an der Tiroler Gesundheitsuniversität UMIT in Hall in Tirol statt. Detaillierte Informationen, Inhalte und Anmeldung unter: http://www.umit.at/pflegeinformatik

Bei Fragen: Univ.-Prof. Dr. Elske Ammenwerth, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein., 
Tel. +43 50 8648 3809

In eigener Sache: Migration und Asyl – eine pflegewissenschaftliche Position

Bei der gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung von Asylant/-innen und Migrant/-innen bestehen im deutschen Gesundheitssystem erhebliche Mängel. Diese Bevölkerungsgruppen sind im Vergleich zur übrigen Bevölkerung höheren Gesundheitsrisiken ausgesetzt und erfahren eine schlechtere Pflege- und Medizinversorgung. Diese Erkenntnis muss uns aufhorchen lassen, zumal sie sich in ähnlicher Form seit dem  12. Forschungsbericht des Bundeamtes für Migration und Flüchtlinge 2012 wiederkehrend auch in allen Folgeforschungsberichten und zahlreichen anderen wissenschaftlichen Publikationen wiederfindet. Aufgabe des Gesundheitssystems ist es aber, allen Patienten eine möglichst gute Versorgung zu bieten und einen uneingeschränkten Zugang zu medizinischen Leistungen sicherzustellen. Untrennbar von Pflege ist die Achtung der Menschenrechte, einschließlich des Rechts auf Leben, auf Würde und auf respektvolle Behandlung. Pflege wird mit Respekt und ohne Wertung des Alters, der Hautfarbe, des Glaubens, der Kultur, einer Behinderung oder Krankheit, des Geschlechts, der sexuellen Orientierung, der Nationalität, der politischen Einstellung, der ethnischen Zugehörigkeit oder des sozialen Status ausgeübt – so lässt es ich im internationalen Ethikkodex der Pflege des ICN nachlesen.

Gerade die rechtspopulistischen Parteien – bespielhaft die AfD – stellen diese Position zunehmend in Frage. Von 1700 Presseerklärungen, die die AfD im vergangenen Jahr veröffentlicht hat, lassen sich gerade einmal elf im weitesten Sinne der Pflege zuordnen. Drei mal wurde der Rücktritt der brandenburgischen Gesundheitsministerin gefordert; weitere Presseerklärungen betonen die Verantwortung der Frau in der Familie als die zentrale Keimzelle der Pflege sowie eine Absage an die akademisierte Pflegeausbildung. Detlev Spangenberg, Mitglied des Gesundheitsausschusses der AfD erklärte zur Forderung einer höheren Akademisierung in der Pflegeausbildung: „Wir brauchen nicht nur Häuptlinge, sondern auch Indianer, die die einfacheren Tätigkeiten ausführen.“.

Abgeordnete werden zwar nicht gewählt, um Presseerklärungen zu schreiben. Diese Presseerklärungen sind aber der Ausdruck parlamentarischer Arbeit beziehungsweise Untätigkeit. In den bisher 18 Sitzungen des Gesundheitsausschusses der Bundesregierung findet sich kein einziger Beitrag der AfD. Im Bundestag liegen gerade einmal zwei Anfragen der AfD-Fraktion vor, eine davon zu „Ausländischen Pflegekräften in Deutschland“. Das Parteiprogramm der AfD enthält lediglich eine einzige Aussage zur Pflege: „Die AfD will Familienarbeit in der Pflege als Beitrag für das Gemeinwohl gesellschaftlich anerkennen. Die individuelle häusliche Pflege muss zu einem Hauptbestandteil der sozialen Sicherungssysteme werden.“.

Stattdessen nutzt die AfD die Debatte um die Pflege vor allem, um gegen Flüchtlinge und ausländische Pflegekräfte zu hetzen. Immer wieder genannte Argumente sind hier, dass Flüchtlinge teure Krankheiten einschleppen (Tuberkulose, Hepatitis, HIV), dass ausländische Pflegekräfte besser heimkehren sollten, anstatt hier in einer fremden Kultur und fremden Essen an Heimweh zu leiden, dass deutschen Pflegebedürftigen ein Sprachniveau der Pflegekräfte von B2 nicht zugemutet werden dürfe und dass die Ausbildung von Migranten in der Pflege nur dazu führe, dass der Altenanteil von Ausländer/innen in Deutschland steige, weil diese sich in der Folge hier pflegen ließen. Insbesondere kritisiert wird, dass Pflegebedürftige moslemischen Glaubens hier gepflegt werden.

Diese rechtspopulistische Haltung ist mit einer professionellen, humanitären und menschenwürdigen Pflege nicht vereinbar. Sie widerspricht allen wissenschaftlichen Erkenntnissen der Pflege- und Gesundheitsforschung seit den 60er Jahren. Sie verhöhnt das Berufsbild Pflege, die in der Pflege tätigen sowie die Pflegebedürftigen und sie instrumentalisiert die Debatte um die Herausforderungen der Pflege. Sie dient einzig und allein dem Zweck, Hasstiraden gegen Migrant/-innen zu schüren.

Als Verlag, der sich seit über 20 Jahren der Pflege verschrieben hat, können wir eine solche Sichtweise nicht kommentarlos hinnehmen. Wir haben aus diesem Grund unsere allgemeinen Geschäftsbedingungen wie folgt geändert:

8.11 Sonderkündigungsrecht
Untrennbar von Pflege ist die Achtung der Menschenrechte, einschließlich des Rechts auf Leben, auf Würde und auf respektvolle Behandlung. Die hpsmedia GmbH hält diese und die Grundwerte der Menschenrechte für zentral. Parteiprogramm, Parolen und Verhalten der Partei „Alternative für Deutschland – AfD“ sind mit diesen Werten nicht vereinbar. Mitglieder der AfD können daher weder Abonnemente oder Bücher, Kongresse oder sonstige Produkte des Verlags hpsmedia erwerben. Hpsmedia darf bestehende Abonnementverträge mit Mitgliedern der AfD im Rahmen dieses Sonderkündigungsrechts jederzeit unter Rückzahlung gezahlter Beträge kündigen sowie Aufträge von Mitgliedern der AfD, Fraktionen, Parteiorganen und Mitarbeiter/innen der AfD jederzeit ohne Begründung ablehnen. 

Ihr Team von hpsmedia

Dr. Andreas Lauterbach, Verlagsleitung

* Links und Plenarvideos senden wir Ihnen auf Anfrage gerne zu